Kiens – Alfred Rubner, der Anfang September 82-jährig verstorben ist, war der letzte der vier Brüder aus der zweiten Generation der Unternehmerfamilie. Zur Erinnerung: Den Grundstein für die international tätige Rubner-Gruppe legte 1926 Josef Rubner. Er eröffnete in Kiens ein kleines Sägewerk. Seine Söhne Paul, Josef und Hermann stiegen Anfang der 1960er-Jahre in das Unternehmen ein und begannen den Expansionskurs. Alfred Rubner, der vierte – und jüngste – Sohn, trat 1976 als Gesellschafter der heutigen Rubner Holzbau in Brixen ein.
Nachdem in den Jahren 2004 und 2005 innerhalb kurzer Zeit Paul, Josef und Hermann verstarben, übernahm die dritte Generation flankiert von Alfred Rubner das Ruder in der mittlerweile stark gewachsenen Unternehmensgruppe. Nun ist auch Alfred Rubner verstorben.
Ein Pionier des Holzbaus und der Internationalisierung
In einer Presseaussendung ehrt die Rubner-Gruppe Alfred Rubner. „Mit ihm verliert die Holzbranche einen ihrer bedeutenden Wegbereiter, die Rubner Gruppe eine prägende Unternehmerpersönlichkeit und unsere Familie einen geliebten und geschätzten Menschen“, heißt es dort.
Alfred Rubner habe einen wesentlichen Teil seines Lebens dem Holz und insbesondere dem modernen Ingenieurholzbau gewidmet. Als in den 1970er-Jahren die italienische Bauwirtschaft vor allem von Stahl und Stahlbeton bestimmt wurde, habe Alfred Rubner die Möglichkeiten des Brettschichtholzes erkannt. „Mit unternehmerischem Mut, Beharrlichkeit und großer Überzeugungskraft setzte er sich gemeinsam mit seinen Brüdern und Mitarbeitern dafür ein, diesen Werkstoff bei Architekten, Ingenieuren und Bauherren bekannt zu machen“, steht in der Presseaussendung zu lesen. Er habe damit einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau des modernen Ingenieurholzbaus in Italien geleistet. Unter seiner Führung habe sich Rubner Holzbau in Brixen zu einem führenden Unternehmen für technisch anspruchsvolle Holztragwerke entwickelt. Aus einem damals noch wenig beachteten Baustoff sei eine anerkannte Lösung für Hallen, öffentliche Gebäude, Sportstätten, Industrieanlagen und anspruchsvolle Architektur geworden.
Die internationale Entwicklung von Rubner Ingenieurholzbau sei auch Alfred Rubner zu verdanken.
Rubner wird 100
Die Rubner-Gruppe feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Insgesamt zählt die Gruppe heute 18 Standorte in vier Ländern, erwirtschaftet über 400 Millionen Euro Jahresumsatz und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter:innen.
Präsident ist Peter Rubner, der Enkel des Firmengründers. Die vierte Generation arbeitet ebenfalls bereits im Unternehmen mit.


















