Bozen – Der Seilbahnsektor in Südtirol blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Sowohl bei der Anzahl der beförderten Personen als auch beim wirtschaftlichen Ergebnis wurden im Zeitraum 2024/2025 Rekordwerte erreicht. Gleichzeitig setzen die Betreiber auf den Rückbau alter und die Modernisierung bestehender Anlagen, wie aus einer Erhebung des Landesinstituts für Statistik (Astat) hervorgeht.
Daten und Rekorde
- Sommerrekord 2024: Im Sommerhalbjahr 2024 wurden mehr als 11,6 Millionen Fußgängerinnen und Fußgänger befördert – ein Zuwachs von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Winterrekord 2024/25: Mit 150,4 Millionen beförderten Personen (plus 4,9 Prozent zum Vorjahr) verzeichnete die Wintersaison 2024/2025 die höchsten Fahrgastzahlen in der Geschichte des Südtiroler Wintersports.
- Höchster Jahresgewinn der Geschichte: Die Seilbahnunternehmen erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2024 bei einem Betriebsertrag von 575,3 Millionen Euro einen Netto-Jahresgewinn von 109,4 Millionen Euro.
- Kapazität und Förderleistung: Die 351 Anlagen in Südtirol verfügen über eine Gesamtförderleistung von 562.169 Personen pro Stunde (durchschnittlich 1.602 Personen pro Stunde und Anlage). Spitzenreiter bei der Kapazität ist der Planungsraum Gröden-Seiseralm mit 123.047 Personen pro Stunde.
Klasse statt Masse
- Klasse statt Masse: Die Gesamtzahl der Aufstiegsanlagen sinkt seit Jahrzehnten: Waren es 1980 noch 440 Anlagen, so waren es Ende 2025 noch 351. Dieser Rückgang ist gewollt und Ausdruck eines gezielten Qualitätswandels. Ältere, leistungsschwächere Schlepplifte und fixgeklemmte Sessellifte werden durch leistungsfähige, kuppelbare Umlaufbahnen ersetzt. 2025 wurden neun Anlagen neu gebaut und zwölf geschlossen.
- Technologische Weltpremiere: Im Skigebiet Speikboden wurde im Jahr 2025 die weltweit erste Sechser-Sesselbahn des Typs „Ropera“ in Betrieb genommen. Sie ist effizienter als ihre Vorgänger, lässt sich einfacher warten und ist leiser.

Anzahl und Förderungsleistung der Seilbahnen nach Planungsraum. (Astat – Seilbahnen in Südtirol – 2024 und 2025)
Auslastung und Investitionen
- Rückgang des Sommerskifahrens: Während Seilbahnen für Sommergäste und Wanderer immer wichtiger werden, bricht der Sommerskilauf ein: Wurden 1995 noch rund 3,8 Millionen Sommerskifahrer gezählt, waren es 2024 nur noch 54.079. Inzwischen beschränkt sich der Betrieb ausschließlich auf das Stilfser Joch. Wie unsicher auch dieser letzte Standort ist, zeigte sich im August 2026, als der Betrieb wegen Hitze und fehlendem Nachtfrost unterbrochen werden musste. Erst am 4. September konnte wieder geöffnet werden.
- Regionale Schwerpunkte und Auslastung: Spitzenreiter im Südtiroler Wintersport ist der Planungsraum Gröden-Seiseralm. Mit 41,6 Millionen Beförderungen und einem Auslastungsgrad von 34,0 Prozent ist die Region führend in Südtirol. Dahinter folgen Hochabtei (30,9 Mio. Fahrgäste; 31,3 Prozent Auslastung) und das Pustertal mit 22,5 Millionen Fahrgästen und einer Auslastung von 26,7 Prozent.
- Investitionen: Im Jahr 2024 investierten die Südtiroler Seilbahnbetreiber insgesamt 177 Millionen Euro – davon entfielen 121 Millionen Euro auf Infrastrukturprojekte, 22 Millionen auf Betriebsgeräte wie Pistenraupen und Beschneiungsanlagen sowie 33,6 Millionen Euro auf sonstige Investitionen.
- Arbeitsmarkt: Die Branche beschäftigte im Jahr 2024 insgesamt 2.442 Personen (936 Festangestellte und 1.506 Saisonarbeitskräfte), was einen Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.


















