Bozen – Der Raiffeisenverband, Südtirols größter Genossenschaftsverband, hat gestern seine Jahresvollversammlung abgehalten. „Wir blicken auf ein intensives Jahr zurück, können aber sehr zufrieden sein“, sagte Verbandsobmann Herbert Von Leon.
Der Raiffeisenverband vereint Genossenschaften aus den Bereichen Finanzen, Landwirtschaft, Energie, Soziales, Wohnen, Konsum und Dienstleistungen. Die 367 Mitgliedsorganisationen erwirtschafteten gemeinsam eine Bruttowertschöpfung von knapp einer Milliarde Euro.
Banken: „Positive Entwicklung“
Besonders positiv habe sich im Geschäftsjahr 2025 der Bankensektor entwickelt, so der Raiffeisenverband. Die 39 Raiffeisenkassen – Mitglieder im institutsbezogenen Sicherungssystem Raiffeisen Südtirol IPS – erzielten ein Jahresergebnis von 219 Millionen Euro nach Steuern. Gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank beträgt das Jahresergebnis 246 Millionen Euro.
Die Kundeneinlagen der Raiffeisenkassen stiegen auf 14,5 Milliarden Euro (+6,6 Prozent), die Ausleihungen auf 9,7 Milliarden Euro (+1,0 Prozent). Die solide Kapitalausstattung wurde weiter gestärkt: Die harte Kernkapitalquote der Raiffeisenkassen stieg auf 30,2 Prozent. Die Raiffeisenkassen zählen 164 Geschäftsstellen in 103 Gemeinden.
Landwirtschaft: „Zufriedenstellend“
„Die Landwirtschaft blickt auf ein insgesamt zufriedenstellendes Jahr zurück“, so der Verband. Die Südtiroler Obstgenossenschaften vermarkteten im Geschäftsjahr 2024/25 mit knapp 980.000 Tonnen Äpfel aus der Ernte 2024 mehr Obst als im Jahr zuvor und zahlten an die Mitglieder 573 Millionen Euro aus (+8,4 Prozent).
Die genossenschaftliche Milchwirtschaft verzeichnete – inklusive der aus der Region Wipptal in Tirol stammenden Milch – eine Milchanlieferung von 396.000 Tonnen und zahlte den Mitgliedern insgesamt 285 Millionen Euro aus (+8,6 Prozent). Im Milchsektor begleitete der Raiffeisenverband u.a. durch Studien und Beratung die Vorbereitungen für die erfolgte Fusion der größten Südtiroler Milchhöfe Bergmilch und Brimi.
Kellereigenossenschaften: Geringere Auszahlung
Die Kellereigenossenschaften waren im Geschäftsjahr 2024/25 hingegen mit einer schwierigeren Marktlage und geringeren Erntemenge aus der Lese 2024 konfrontiert, was auch mit einer geringeren Auszahlung an die Mitglieder in Höhe von 87 Millionen Euro (-12,7 Prozent) einherging. Auch die veränderten Konsumgewohnheiten machen sich zunehmend bemerkbar, so der Raiffeisenverband.
Energie: Fusion von Raiffeisen Energy und Südtiroler Energieverband
Im Energiesektor stellte die Fusion von Raiffeisen Energy und Südtiroler Energieverband (SEV) einen wichtigen Schritt dar, wodurch ein starker genossenschaftlicher Akteur geschaffen wurde. Gleichzeitig konnten die Energiegemeinschaften weiterentwickelt werden. Ende 2025 zählte der Verband 60 Energiegenossenschaften mit insgesamt mehr als 28.000 Mitgliedern.

















