Bozen/Innsbruck – Tirol ist nicht Südtirol, heißt es in einem englischsprachigen Instagram-Post der offiziellen Tirol Werbung mit 270.000 Followern. Denn in Tirol gebe es die klassische Alpenstimmung, Kaiserschmarrn und Knödel sowie Skifahren, Radfahren und Wandern. Südtirol hingegen zeichne sich durch italienischen Flair, Pizza und Wein sowie einen unverständlichen Dialekt aus.
Tirol Werbung hat den Post, der vor zwei Tagen veröffentlicht wurde, inzwischen wieder gelöscht. Denn er hat eine Polemik ausgelöst, die es bis in die Politik geschafft hat.
Die FPÖ Tirol und die Süd-Tiroler Freiheit sprechen von einem „respektlosen Werbesujet mit plumpen Stereotypen“. Tirol Werbung spalte Identität und verunglimpfe Südtirol mit Steuergeld. „Statt das historisch gewachsene Tiroler Selbstverständnis zu stärken, wird Südtirol in englischer Sprache zur Karikatur degradiert und als different country mit angeblich unverständlichem Dialekt dargestellt“, ärgern sich die FPÖ-Landtagsabgeordnete Gudrun Kofler und der STF-Abgeordnete Sven Knoll. Es sei kein harmloser Marketingschmäh, sondern eine politisch bedenkliche und respektlose Spaltung.
Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, ist Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, der gleichzeitig Präsident der Europaregion ist, bereits auf Distanz gegangen. „Dieses Sujet der Tiroler Werbung entspricht nicht dem Euregio-Gedanken, nicht der Zielsetzung der Tiroler Euregio-Präsidentschaft und nicht meinem persönlichen Zugang. Südtirol ist ein Partner und Freund, kein Konkurrent oder Gegner“, wird Mattle von der TT zitiert.



















