Schabs – Bevor Rafaela Pittschieler Karriere machte, stand sie auf Skiern im Rennanzug. Tempo, Risiko und die Fähigkeit, unter Druck klare Entscheidungen zu treffen, kennt sie also nicht nur aus der Theorie. Später führte ihr Weg in die Wirtschaft: Als COO und Verwaltungsrätin bei X Timber verantwortete sie Zahlen und Teams.
„Nur wer weiß, was er will und wohin die Reise geht, erkennt auch die Gelegenheiten, die sich einem bieten.“ Rafaela Pittschieler
Vor gut einem Jahr wagte die heute 39-Jährige mit zwei kleinen Kindern den Sprung in die Selbstständigkeit. Heute ist sie Führungskräfte-Coachin, gibt Seminare über mentale Stärke und Changemanagement und engagiert sich bei Wnet für Frauen in Führungspositionen. Außerdem ist Rafaela Pittschieler in der Notfallseelsorge aktiv und begleitet Menschen in den schwersten Momenten ihres Lebens. Diese Extremerfahrungen prägen auch ihren Blick auf Erfolg, Kontrolle und das, was am Ende wirklich zählt.
Ehrgeiz, Zielstrebigkeit oder doch Zufall?
„Ehrgeiz ist ein schmaler Grad, aber einen klaren Plan, den braucht es“, sagt Rafaela Pittschieler im Podcast. Für die zweifache Mutter ist Erfolg kein Produkt purer Fügung. „Nur wer weiß, was er will und wohin die Reise geht, erkennt auch die Gelegenheiten, die sich einem bieten“, so die 39-Jährige. Zufall und Glück brauche es, ja. Aber man müsse beides auch erkennen und zugreifen können. Und: Gute Führung sei zu einem großen Teil erlernbar. „Wir erwarten ja auch nicht von einem Mechaniker, dass er vor der Lehre weiß, wie ein Motor funktioniert.“
50/50 – und warum Glück nicht reicht
Rafaela Pittschieler und ihr Mann teilen sich die Care-Arbeit für ihre Kinder zur Hälfte. Eine Aufteilung, die von außen oft als Glücksfall abgetan werde. „Viele sagen dann: Rafaela, du hast Glück, dass dein Mann das macht. Ich sage dann: Ja, aber ich habe auch von Anfang an klar kommuniziert, dass mein Bild von Familie so aussieht.“
„Die Frage der Gleichberechtigung sollte sich für meine Kinder später idealerweise gar nicht mehr stellen.“ Rafaela Pittschieler
Dieselbe Klarheit gilt für sie im Job – etwa beim Wiedereinstieg nach der Karenz: „Man muss dem Chef aktiv einen Vorschlag unterbreiten, und dann klappt das oft auch. Zurückkommen ist keine Einbahnstraße, es muss von beiden Seiten stimmen.“
Ihr Wunsch für die nächste Generation
Für ihre beiden Kinder – einen Jungen und ein Mädchen – wünscht sich Rafaela Pittschieler etwas Grundlegendes: dass Gleichberechtigung irgendwann kein Thema mehr sein wird. „Die Frage sollte sich für meine Kinder später idealerweise gar nicht mehr stellen.“
Eine Episode über Mut, Zielstrebigkeit und die Kunst, das Glück auch wirklich zu sehen, wenn es vorbeikommt.
Jetzt reinhören in „Die SWZ trifft“. Das Gespräch mit Rafaela Pittschieler ist über den QR-Code abrufbar, ebenso unter swz.it/podcast oder über Spotify und Apple Podcasts. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Mittwoch.



















