Bozen – Andreas Altmann hätte eigentlich die Chance auf einen Job beim Internationalen Währungsfonds in Washington gehabt. Das war in den 1990er-Jahren. Aus privaten Gründen ging Altmann aber zur Uni Innsbruck, wo er mit dem Aufbau des MCI betraut wurde. Zunächst tat er das widerwillig, doch dann wurde er Gründungsgeschäftsführer und später Rektor. Das ist er bis heute.
Nächsten Freitag, 12. Juni feiert die Unternehmerische Hochschule MCI ihr 30-jähriges Bestehen. Die Entwicklung ist beeindruckend: knapp 4.000 Studierende, jedes Jahr zu viele Bewerbungen für zu wenige Studienplätze, über 300 Partneruniversitäten. Zudem gilt das MCI als Österreichs Hochschule, aus der die meisten Start-ups hervorgehen.
Ein Smartphone mit 25.000 Kontakten
Andreas Altmann ist maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. In dieser Podcast-Episode spricht er darüber, wie er damals in die Sache hineingeschlittert ist, statt nach Washington zu gehen, und er verrät, ob er rückblickend Stolz verspürt. Genauso spricht er über sein Smartphone: Er hat dort nämlich rund 25.000 Kontakte. Altmann gilt als begnadeter Netzwerker, kann mit dem Begriff „Netzwerken“ aber trotzdem nicht viel anfangen.
Andreas Altmann nimmt sich auch kein Blatt vor den Mund, wenn er über die Politik spricht. Man ergehe zunehmend in „Inszenierung statt Gestaltung“, und das sei „armselig, peinlich, beschämend“, sagt er. Für Tirol und Südtirol sieht er Wohlstandsgefahren, obwohl die beiden Nachbarländer (noch) zu den reichsten Regionen Europas gehören. Vor allem aber plädiert Altmann dafür, dass unsere Wohlstandsgesellschaft ihr Verhältnis zu Arbeit und Leistung überdenkt: „Wir müssen mehr arbeiten und völlig anders.“ Altmann vermisst zunehmend die Lust an Leistung und er erschrickt über das weit verbreitete Verständnis, Arbeit sei etwas Furchtbares und Belastendes, das nach Feierabend weggedrückt werden muss. Derweil werde anderswo auf der Welt ordentlich Gas gegeben.
Schließlich spricht der MCI-Rektor, der in Salzburg auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, über einen Ratschlag seiner Mami. Es geht – wie könnte es anders sein – um die Wahrnehmung von Arbeit.
Jeden zweiten Mittwoch neu
Das circa 30-minütige Gespräch kann hier abgerufen werden oder über den untenstehenden Player, ebenso über Spotify und Apple Podcasts. Dort gibt es auch alle bisherigen Folgen des SWZ-Podcast. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Mittwoch.


















