Bozen – Für Montag, den 7. September, und Dienstag, den 8. September, wurden von den Gewerkschaften zwei Streiks im Bahnverkehr ausgerufen. Am Montag, also am ersten Schultag, gilt der Streikaufruf auch für die Buslinien der SASA – und zwar von 9 bis 12 Uhr (genauere und aktualisierte Infos unter https://www.suedtirolmobil.info/de/meine-fahrt/aktuelle-meldungen).
In Bezug auf den Streik des SASA-Personals kommt heftige Kritik von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Er sagt: „Das Streikrecht steht außer Frage. Aber wir müssen auch über Maß, Verhältnismäßigkeit und Verantwortung gegenüber Familien, Schülerinnen und Schülern sowie Pendlerinnen und Pendlern sprechen.“
In den vergangenen Jahren, so Alfreider, sei in Südtirol viel getan worden, um den öffentlichen Personennahverkehr zu stabilisieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Südtirol zahle höhere Gehälter als in den nationalen Kollektivverträgen vorgesehen und biete vielfach bessere Konditionen als andere Regionen Italiens. Auch die SASA habe erhebliche Verbesserungen umgesetzt und bewusst in das Personal investiert.
„Seit 2022 plus 26 bis 32 Prozent“
„Seit 2022 liegen die Verbesserungen bei Einkommen und Zusatzleistungen je nach Position laut SASA bei 26 bis 32 Prozent, während die Inflation im selben Zeitraum rund 14,9 Prozent betrug. In einzelnen Bereichen liegen die Verbesserungen damit deutlich über der Inflation“, betont Alfreider.
Unverständlich sei zudem, dass sich die lokalen Gewerkschaften an einem italienweiten Streik beteiligen, obwohl zahlreiche Forderungen auf nationaler Ebene in Südtirol bereits umgesetzt seien. Auch nach der Streikankündigung hätten Land und SASA alles unternommen, um die Gewerkschaften von einem Streik am ersten Schultag abzubringen – ohne Erfolg.
Alfreider stellt klar: „Wir haben viel getan und sind den Beschäftigten erneut entgegengekommen. Aber es gibt eine Grenze dessen, was noch verhältnismäßig und gegenüber allen anderen Beschäftigten in Südtirol vermittelbar ist.“
„Nicht nachvollziehbar“
Auch die SASA-Führung zeigt sich in einer Stellungnahme verärgert. Die Gewerkschaften hätten am Mittwochabend eine sofortige Erhöhung des Essensgutscheins von sieben auf acht Euro abgelehnt und den Streik am ersten Schultag ausgerufen.
Diese Entscheidung sei angesichts der Verbesserungen seit 2022 mit einem durchschnittlichen Gehaltsplus von 28 Prozent – alle Gehaltsbestandteile mit eingerechnet – nicht nachvollziehbar. Hinzu komme ein bedeutendes Ergebnisprämien-Abkommen, das am 26. Juni mit einer durchschnittlichen Erhöhung von über sieben Prozent unterzeichnet worden sei. „Im August schließlich erhielt das gesamte SASA-Personal eine im Rahmen des erneuerten gesamtstaatlichen Kollektivvertrags vorgesehene Erhöhung von 100 Euro brutto“, so die Betriebsführung, die weiterhin gesprächsbereit sei.


















