Bozen – Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 7,71 Milliarden Euro aus Südtirol exportiert. Das ist ein neuer Rekordwert, wenngleich die Zunahme gegenüber 2024 nur 0,3 Prozent beträgt. Die Zahlen hat am Mittwoch das Landesinstitut für Statistik (Astat) bekanntgegeben.
Auffallend: Die zwei wichtigsten Zielländer der Südtiroler Exporte – Deutschland mit einem Anteil von 29,3 Prozent und Österreich mit 9,9 Prozent – haben deutlich geschwächelt. Die Exporte nach Deutschland gingen um 8,6 Prozent zurück, jene nach Österreich um 6,8 Prozent. Die wirtschaftlichen Probleme in den beiden Ländern haben also auch für Südtirol Folgen.
Das Gesamtplus ergibt sich deshalb, weil sich Südtirols Exportunternehmen bei den Märkten zunehmend diversifizieren. Starke Zunahmen im zweistelligen Prozentbereich gab es etwa bei den Ausfuhren nach Spanien, Belgien, Polen, Tschechien, Slowenien und Kroatien. Sogar beinahe auf knapp 300 Millionen Euro verdoppelt haben sich die Exporte nach Rumänien – vermutlich aufgrund der Lkw-Lieferungen von Iveco Defence Vehicles an das rumänische Militär.
Die Exporte in die USA nahmen trotz des Zollkonflikts um 8,4 Prozent auf 553 Millionen Euro zu. Mit einem Anteil von 7,2 Prozent sind die USA Südtirols drittwichtigster Exportmarkt. Auch Asien und Afrika werden immer wichtigere Märkte.
Geopolitische Lage bereitet Sorgen
Vom Unternehmerverband Südtirol (UVS) heißt es, dass die kürzlich unterzeichneten Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika und mit Indien künftig eine wichtige Rolle für Südtirols exportierende Unternehmen spielen würden.
„Die kommenden Monate sorgen jedoch für Besorgnis“, sagt Klaus Mutschlechner, der für Internationalisierung zuständige Vizepräsident des UVS. Er erklärt: „Die geopolitische Situation sorgt für weitere Unsicherheiten, nachdem die Unternehmen bereits im Bereich der Kosten und Rohstoffe seit Längerem unter Druck sind. Der Konflikt im Nahen Osten bedroht zudem die starke Expansion in neue Märkte, die – wie das Jahr 2025 zeigte – den sinkenden Export in traditionelle Märkte wettmachen konnte.“
Der UVS fürchtet eine Explosion der Kosten für Energie, Transport und Rohstoffe sowie eine mögliche Unterbrechung der Produktionsketten. „Mittel- und langfristig“, so Mutschlechner, „ist es absolut unerlässlich, dass Europa, Italien und Südtirol eine Industriepolitik fahren, die die Abhängigkeit von Energieimporten und Rohstoffen reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigert.“

















