Bozen – Forscher:innen von Eurac Research haben ein detailliertes Bild der mikrobiellen Besiedlung Ötzis gewonnen. Mithilfe vielfältiger Proben und Methoden gelang es zu unterscheiden, welche Mikroorganismen bereits zu Lebzeiten im Körper vorhanden waren und welche Ötzi erst nach seinem Tod besiedelten – sowohl während der Zeit im Gletscher als auch in über drei Jahrzehnten Konservierung.
Unter anderem analysierte das Forschungsteam Eis von der Oberfläche sowie Schmelzwasser aus dem Inneren der Mumie, und nahm zahlreiche Abstriche. Aus früheren Studien standen Daten von inneren Gewebeproben und Proben des Mageninhalts zur Verfügung. Auch eine bei Ötzis Bergung 1991 entnommene und eingefrorene Bodenprobe vom Fundort wurde analysiert, um Umwelteinflüsse nachzuvollziehen.
In Proben innerer Gewebe konnten die Forschenden Erbgut von Bakterien aus der ursprünglichen Darmflora Ötzis nachweisen. Ein überraschender Fund sind an Kälte angepasste Hefearten, die – so die Vermutung – aus der Gletscherumgebung stammen und bis heute in Ötzis Körper überdauert haben.
„Diese kälteresistenten Hefen könnten auch für industrielle Anwendungen von Interesse sein“, heißt es von Eurac Research. An Kälte angepasste Mikroorganismen könnten demnach beispielsweise für energieeffiziente Prozesse in der Industrie genutzt werden, etwa bei Fermentationen bei niedrigen Temperaturen.
Die neue Ötzi-Studie ist in der renommierten Zeitschrift Microbiome erschienen und frei zugänglich.

















