Bozen – Kanada rückt in den Fokus der Südtiroler Exporteure. Die IDM Südtirol hat deshalb zwei Geschäftsreisen organisiert. Die erste führte für Lebensmittel und Getränke nach Montreal und Toronto, die zweite wird für die Bauwirtschaft nach Vancouver und Westkanada gehen. Das Ziel: konkrete Geschäftskontakte knüpfen und neue Märkte erschließen. „Die für den Besuch ausgewählten Städte zählen zu den wichtigsten Wirtschafts- und Handelszentren Kanadas und bieten hervorragende Voraussetzungen, um neue Vertriebspartner zu finden und den Markt aus erster Hand kennenzulernen“, sagt Francesca Fiori, Head International von IDM.
Exporte wachsen um 8,8 Prozent im Jahr
2025 exportierte Südtirol Waren im Wert von 64,9 Millionen Euro nach Kanada. In den letzten drei Jahren lag das durchschnittliche jährliche Wachstum bei 8,8 Prozent.
„Kanada rückt für europäische Unternehmen immer stärker in den Fokus. Die wirtschaftliche und strategische Annäherung zwischen Kanada und der Europäischen Union schafft zusätzliche Perspektiven für exportorientierte Betriebe. Gleichzeitig erleichtert das Freihandelsabkommen CETA den Marktzugang und verbessert die Rahmenbedingungen für europäische Anbieter“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM. „Für Südtiroler Unternehmen eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, in einen stabilen, kaufkräftigen und verlässlichen Markt einzutreten bzw. ihre Chancen dort nachhaltig auszubauen.“
Lebensmittel und Getränke: zweitwichtigster Sektor
Mit 12,7 Millionen Euro ist dieser Bereich der zweitwichtigste Südtiroler Exportsektor in Kanada. Laut IDM-Marktanalysen haben vor allem Premium-Lebensmittel, verpackte Feinkost, Backwaren, Getränke, Milchprodukte und verarbeitete Fleischwaren Potenzial. „Made in Italy“ hat hier bereits einen guten Ruf, und Südtiroler Betriebe punkten mit Qualität, Nachhaltigkeit und regionaler Identität. Pro Kopf kauften Kanadierinnen und Kanadier 2025 außerdem rund 13,5 Prozent mehr Südtiroler Lebensmittel und Getränke als US-Amerikaner.

Bauwirtschaft: Exporte wachsen um 41 Prozent jährlich
Auch im Bausektor steigt die Nachfrage nach innovativen Technologien. Südtiroler Know-how in Vorfertigung, Energieeffizienz und ressourcenschonendem Bauen trifft auf offene Türen. Der Wert exportierter Waren rund ums Haus wuchs zwischen 2022 und 2025 von 1,9 auf 5,4 Millionen Euro, im Schnitt um 41 Prozent pro Jahr.
Nach Montreal und Toronto fuhren Palimex aus Bozen, Pfitscher Speck aus Burgstall und die Brennerei Walcher aus Eppan. Zur Reise nach Vancouver und Westkanada Ende Oktober gehören die Weger Walter GmbH aus Kiens, Betonform Gais, Karl Pedross aus Latsch und TTM aus Prad. Auch dort stehen Termine mit möglichen Geschäftspartnern und Kund:innen im Mittelpunkt.


















