Bozen – Mauro Pellegrini war keiner, der ins Rampenlicht drängte. Dafür, dass er über viele Jahre als Vizepräsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes hds sowie als Vizepräsident der Südtiroler Bäckerinnung fungierte, fiel er in der Öffentlichkeit eigentlich kaum auf. Zudem war Pellegrini lange Mitglied des Kammerrates und Kammerausschusses in der Handelskammer Bozen. Kurzum, er brachte sich ein, wenn es um die Belange der Südtiroler Wirtschaft ging. Entsprechend zeichnete ihn der hds 2011 mit der Goldenen Ehrennadel aus.
Pellegrini, der Unternehmer
Als Unternehmer war Mauro Pellegrini lange Geschäftsführer und bis zuletzt Verwaltungsratspräsident des Familienunternehmens Lemayr, der größten Bäckerei des Landes. 1968 hatte er die Unternehmenserbin Johanna Lemayr geheiratet. In der Folge wuchs die Bäckerei stark, auch durch die Übernahme anderer Bäckereien. In den 1990er-Jahren erfolgte zudem die Wiedervereinigung der beiden Bäckereien Lemayr: Weil Mauro Pellegrinis Schwiegervater die Bäckerei zwischen Johanna Lemayr und dessen Bruder aufgeteilt hatte, hatte es zuvor jahrelang zwei Bäckereien mit dem Namen Lemayr gegeben, eines mit gelbem und eines mit rotem Logo.
„Ich bin in Rente und arbeite daher nur mehr acht Stunden pro Tag.“
Mittlerweile führen Andreas und swrea-Präsident Sandro Pellegrini, die Söhne von Johanna Lemayr und Mauro Pellegrini, die Bäckerei. Seniorchef Mauro Pellegrini ging bis ins hohe Alter täglich in den Betrieb und pflegte zu sagen: „Ich bin in Rente und arbeite daher nur mehr acht Stunden pro Tag.“ Seinen Söhnen – und nicht nur ihnen – hat Mauro Pellegrini vorgelebt, dass Arbeit etwas Erfüllendes ist und Leistung etwas Erstrebenswertes.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt heute rund 180 Mitarbeitende und produziert täglich Frischbrot für rund 200.000 Personen, dazu Pizza, Süßwaren und Tiefkühlbrot, das in ganz Italien ausgeliefert wird. Zur Gruppe gehört auch eine Firma, die Brötchen, Sandwiches, Baguettes und Tramezzini herstellt, verpackt und in alle Welt exportiert.
Was hds-Präsident Philipp Moser sagt
„Mit Mauro Pellegrini verliert der hds eine Persönlichkeit, die Verantwortung stets als Dienst am Gemeinwohl verstanden hat. Er war ein Brückenbauer, ein verlässlicher Ansprechpartner und ein Mensch, der mit Herzblut für die Anliegen der Wirtschaft eingetreten ist“, erklärt hds-Präsident Philipp Moser. Pellegrini habe sich mit großer Leidenschaft und Weitsicht für die Interessen der Wirtschaft und insbesondere des Handels eingesetzt hat.
Detail am Rande: Sohn Sandro Pellegrini ist genauso wie einst sein Vater Vizepräsident von hds und Südtiroler Bäckerinnung. Zudem ist er der amtierende Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings swr-ea.



















