Bozen – Im Hinblick auf den Internationalen Tag der Frau am 8. März hat die Landesbeobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt aktuelle Daten zum Wiedereinstieg nach der Mutterschaft veröffentlicht. Eine zentrale Erkenntnis: „Während die Rückkehr in den Beruf stark vom formalen Bildungsgrad abhängt, offenbaren die Zahlen eine potenzielle Gefahrenquelle. Ein beträchtlicher Teil der Frauen kehrt zu deutlich schlechteren Bedingungen in den Arbeitsmarkt zurück.“
Die Zahlen und Fakten: Im Jahr 2025 gaben in Südtirol 864 Frauen ihren Arbeitsplatz während der Schwangerschaft oder in den ersten drei Lebensjahren des Kindes freiwillig auf. Zwischen 2019 und 2022 waren es insgesamt 3.500 Frauen. Von diesen haben 62 Prozent innerhalb von drei Jahren wieder eine neue Beschäftigung aufgenommen.
Aber: Bei den Akademikerinnen stehen nach nur einem Jahr bereits 40 Prozent wieder im Erwerbsleben; bei Frauen mit Mittelschulabschluss liegt dieser Anteil hingegen um 20 Prozentpunkte niedriger. Zwar gleicht sich die Quote nach drei Jahren bei Maturantinnen und Absolventinnen von Berufsfachschulen an das Niveau der Akademikerinnen (etwa 55 bis 60 Prozent) an, doch Frauen mit Mittelschulabschluss bleiben dauerhaft um 15 bis 20 Prozentpunkte zurück.
Und: Befristete Arbeitsverträge steigen nach der Rückkehr aus der Mutterschaft sprunghaft an – von 10 auf 34 Prozent.
Fehlende Flexibilität als Kündigungsgrund
Mindestens jeder fünfte Austritt wäre laut der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt vermeidbar: 16 Prozent der Frauen mit Selbstkündigung gaben an, sie hätten nicht gekündigt, wenn der Arbeitgeber Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten ermöglicht hätte.
Der spätere Wiedereinstieg erfolgt dann meist unter veränderten Vorzeichen: 84 Prozent der Rückkehrerinnen arbeiten in Teilzeit.
Väter: „Eigenkündigung als Karriereschritt“
Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich bei den Vätern. Von den jährlich etwa 350 vaterschaftsbedingten Kündigungen sind etwa sieben von zehn rein „formaler“ Natur. In diesen Fällen haben die Väter bereits eine neue Stelle gefunden und benötigen die Bestätigung der Eigenkündigung lediglich für den Übergang zu einem anderen Betrieb.
Bereits ein bis zwei Monate nach dem Austritt sind zwei Drittel der Männer wieder beschäftigt – ein Wert, den Frauen im Durchschnitt erst drei Jahre später erreichen.
„Vereinbarkeit verbessern“
Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof mahnt eine Kurskorrektur an: „Frauen sind ein unverzichtbares Potenzial für unseren Arbeitsmarkt. Die Zahlen sind mit dem Ziel stabiler Erwerbsbiografien und einer soliden sozialen Absicherung für Frauen nicht vereinbar. In der Landesarbeitskommission und der Landesregierung werden wir uns weiterhin intensiv damit auseinandersetzen, wie wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und die Erwerbsbeteiligung von Frauen unterstützen können.“

















