Schlanders/Prad – Die Finanzpolizei will einen großen Betrugsfall rund um Fördergelder für Photovoltaikanlagen aufgedeckt haben. 19 Personen wurde ein entsprechender Ermittlungsbescheid zugestellt – ausgestellt von der Staatsanwaltschaft am Bozner Rechnungshof. Der Schaden für die öffentliche Hand belaufe sich auf rund 18 Millionen Euro.
Ins Visier der Ermittlung namens „Sonnenfinsternis“, die von der Finanzpolizei in Schlanders durchgeführt wird, sind Photovoltaikanlagen in den Gemeinden Schlanders und Prad geraten. Betroffen sind neun PV-Anlagen, die vier Familien und zwei Unternehmen gehören sollen.
Der Vorwurf lautet, dass die Anlagen auf dem Papier in 44 kleine Anlagen mit einer Leistung von weniger als 50 Kilowatt aufgeteilt wurden, um höhere Beiträge seitens des Staates zu erhalten und die Bürokratie zu verringern. De facto handle es sich aber um mehrere zusammenhängende, industrielle PV-Anlagen mit mehr als 500 Kilowatt, die auf Dächern von Betriebshallen errichtet worden seien.
Die Anlagen sollen über Strohmänner errichtet worden sein – großteils Familienangehörige der mutmaßlichen Köpfe des Betrugs.
Die Beschuldigten, für die die Unschuldsvermutung gilt, haben nun 45 Tage Zeit, um Stellung zu beziehen und eventuelle Gegenbeweise vorzulegen.



















