Sterzing – Rainer Marschall hat an der Handelsoberschule Bozen (heute Wirtschaftsfachoberschule) maturiert und in Innsbruck Betriebswirtschaft studiert. Seine berufliche Laufbahn begann er bei Fercam und wechselte dann nach zwei Jahren zu Bergmilch Südtirol (Mila), wo er acht Jahre lang als Logistikleiter tätig war. Nach einem kurzen beruflichen Intermezzo bei der Firma Wörndle Interservice in Bozen kehrte er zu Bergmilch Südtirol zurück und war dort zehn Jahre lang Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsführung.
Nun übernimmt Rainer Marschall mit 1. Jänner die Geschäftsführung des Milchhofes Sterzing. Im Zuge eines Auswahlverfahrens fiel die Entscheidung für ihn. Bereits seit Juli arbeitet Marschall im Betrieb und hat sich an der Seite seines Vorgängers Günther Seidner einen Überblick verschafft.
„Mein oberstes Ziel beim Milchhof Sterzing ist es natürlich, den höchstmöglichen Auszahlungspreis für die gelieferte Milch unserer Mitglieder zu erwirtschaften“, verspricht Marschall. Um das erreichen zu können, müsse der Milchhof Sterzing „qualitativ wachsen, indem wir unser Produkt- und Kundenportfolio optimieren“, so Marschall. Auch betont der neue Geschäftsführer sein Augenmerk für die Mitarbeitenden: „Mit unseren Mitarbeitern müssen wir gut umgehen, wir müssen sie fordern und fördern, damit sie sich im Unternehmen wohl fühlen. Die Humanressourcen sind in Südtirol sehr knapp geworden und deshalb ist eine hohe Sozialkompetenz erforderlich.“
Günther Seidner tritt in den Ruhestand
Günther Seidner tritt hingegen in den Ruhestand. Er hatte am 1. Jänner 1999 als Geschäftsführer begonnen und stand somit 24 Jahre lang an der Spitze des Milchhofes Sterzing. „In all den Jahren hat es gute, aber auch schwierige Zeiten gegeben. Grundsätzlich kann ich aber schon behaupten, dass es uns immer gelungen ist, den Milchauszahlungspreis an unsere Mitglieder kontinuierlich zu steigern und diesen – im internationalen Vergleich – stets auf einem sehr hohen Niveau zu halten“, blickt Seidner zurück. Besonders herausfordernd seien die Jahre 2021 und 2022 gewesen. Zwar habe man im Milchhof auch während der Pandemie immer gearbeitet, aber Krankenstände und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Planung der Produktion, die Lieferengpässe etwa bei den Verpackungsmaterialien und die Kostensteigerungen hätten enorme Bemühungen erfordert.
Als Meilensteine seiner beruflichen Laufbahn nennt Seidner den Einstieg in die biologische Landwirtschaft im Jahr 2000 und der Aufstieg zum italienischen Marktführer im Biojoghurt-Segment sowie die Aufnahme von 183 Nordtiroler Milchbauern als Mitglieder im Jahr 2014.
Der Milchhof Sterzing ist mit rund 116 Millionen Euro Umsatz (2022) die Nummer 55 in der SWZ-Unternehmensrangliste.















