Bozen – Bei einem Treffen von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler mit Vertretern der Milchhöfe und der Direktorin des Sennereiverbandes, Annemarie Kaser, ging es um die Lage und die Entwicklung der Milchwirtschaft. Die Situation bleibe nach wie vor herausfordernd, hieß es. Deshalb wollen die Milchhöfe – auch auf Druck der Bauernschaft und der Politik – stärker zusammenarbeiten.
Einige der Handlungsfelder sind eine institutionalisierte Zusammenarbeit, ein regelmäßiger Austausch zu den Strom- und Gaspreisen, die Umsetzung einer gemeinsamen Nachhaltigkeitsstrategie, ein gemeinsames Logistikprojekt und eine besser koordinierte Marketingarbeit.
Die Vertreter der Milchhöfe zeigten sich beim Treffen überzeugt, dass die Auszahlungspreise steigen werden. Der Landeshauptmann betonte in diesem Zusammenhang, „dass die Auszahlungspreise aufgrund der Kleinstrukturiertheit der Landwirtschaft in Südtirol auch künftig nicht reichen werden, um von der Produktion leben zu können“. Ziel sei es, den bestmöglichen Preis für die Produkte zu erhalten und die Betriebe zudem mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen, „sodass sie weiterhin im Sinne des öffentlichen Interesses bestehen bleiben und eine wirtschaftliche Lebensgrundlage für die bäuerlichen Familien bieten.“
Kompatscher und Schuler erklärten, das Land wolle vor allem das gemeinsame Marketing der heimischen Milchwirtschaft verstärkt fördern.
Herausforderung Tierwohlzertifizierung
Herausfordernd werde künftig sicherlich die verpflichtende Tierwohlzertifizierung nach den staatlichen Vorgaben sein, berichteten die Anwesenden weiters. Es handelt sich dabei um ein System zur Klassifizierung von Tierhaltungsbetrieben, die in erster Linie hinsichtlich Tiergesundheit und Tierwohl erfolgt.
„Aufgrund der Infrastrukturen und des Geländes haben wir noch eine hohe Anzahl an Betrieben mit Anbindehaltung. Gemeinsam mit Rom müssen wir deshalb nach Regelungen und Unterstützungen zur schrittweisen Förderung des Tierwohls suchen, beispielsweise eine Kombination aus Anbindehaltung und Weidezeiten“, sagte Arnold Schuler und versprach, gleich nächste Woche bei seinem Treffen mit Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida die Thematik anzusprechen.

















