Hans Krapf meint:
Faszination mit Aber
Ein bisschen teuer sind die Elektroautos schon noch, aber das Fahrgefühl ist ein besonderes. Ich fahre meinen Tesla im Bewusstsein, den Beginn einer neuen Ära zu erleben. Noch befindet sich die Elektromobilität in den Kinderschuhen, aber diese Kinderschuhe machen eindeutig Lust auf mehr.
Die Elektromobilität interessiert mich schon lange, ich befasse mich seit zwei Jahren damit. Ich habe mehrere Autos probiert, und mit jeder Probefahrt wuchs die Faszination. Im vergangenen Jahr habe ich dann den Tesla gekauft. Kurz vor Weihnachten habe ich ihn bekommen, mittlerweile bin ich mit ihm knapp 10.000 Kilometer gefahren. Ich kann sagen: Ich bin zufrieden.
Die Beschleunigung des Tesla ist beeindruckend. Er bringt seine 422 PS innerhalb einer Sekunde per Allradantrieb auf die Straße, wenn man auf das Gaspedal drückt – da presst es einen in den Autositz wie in einem Flugzeug. Diesbezüglich sind die Elektroautos unschlagbar. Von solchen Leistungen können Verbrennungsmotoren nicht einmal träumen.
Gleichzeitig fehlt das Motorengeräusch. Das ist anfangs ungewohnt, weil unser Gehirn so programmiert ist, dass es den Motor hören will. An der Ampel stellt man sich während der ersten Tage ständig die Frage, ob das Auto überhaupt noch eingeschaltet ist. Das gewöhnt man dann aber schnell. Und dann ist das Autofahren ein Genuss.
Mich fragen natürlich alle, wie das mit der Reichweite ist. Solange ich nur in Südtirol herumfahre, ist das überhaupt kein Problem. Wenn ich mal längere Strecken zurücklegen muss, dann muss ich mich besser organisieren als mit einem Benziner, das stimmt. Seit ich den Tesla fahre, denke ich anders. Ich finde sogar, dass mich das Elektroauto zu einem bewussteren Autofahrer gemacht hat. Wenn ich gemütlich mit 110 bis 130 Stundenkilometern auf der Autobahn dahinfahre und die Heizung, die ja auch Batterieleistung verbraucht, einigermaßen normal einstelle, dann fährt der Tesla 450 Kilometer. Wenn es flotter gehen soll – und ich bin nun mal ein ziemlich flotter Fahrer –, dann reduziert sich die Reichweite ordentlich. Das empfand ich bisher aber auch nicht als Problem. Wenn ich nach Mailand muss, lege ich auf dem Rückweg eben in Affi eine etwas längere Kaffeepause ein. In einer halben Stunde lassen sich 200 Kilometer tanken, an der Tesla-Schnellladestation in Mailand geht es natürlich noch viel zügiger. Ich habe mich sofort daran gewöhnt, mich besser zu organisieren und die Fahrten zu planen. Aber dass man an einem Tag mehr als 400 Kilometer fährt, ist eh die Ausnahme – bei mir und bei den allermeisten anderen Menschen auch.
Apropos tanken: Es heißt in den Anleitungen des Tesla, man soll die Batterie nicht „stressen“, man soll also nur dreimal pro Woche voll tanken. Sonst sollen 15 bis 20 Prozent frei bleiben. Ich tanke also meistens etwa 400 Kilometer, das kostet rund 15 Euro.
Nicht nur das Tanken ist bei einem Elektroauto günstiger, sondern auch der Verschleiß ist deutlich geringer. Bremsen muss ich viel weniger, denn sobald ich vom Gas gehe, lädt das Auto die Batterie auf und bremst von alleine.
Nicht ganz so glücklich bin ich mit der Verarbeitungsqualität. Der Tesla ist ein Amerikaner, das zeigt er. Die Amis legen bei ihren Autos nicht so viel Wert auf Qualität wie die Europäer. Und so hat der Tesla zwar einen Touch-Bildschirm mit beeindruckenden 17 Zoll, auf dem alle Fahrzeugfunktionen bedient werden und auch das Internet funktioniert, aber sonst nicht viel.
Ich freue mich schon darauf, wenn die Europäer erst einmal so richtig auf den Zug aufspringen. Eine neue Zeitrechnung der Mobilität hat begonnen, und ich bin gespannt, was diese Zeitrechnung noch alles bringt. Ich bin da nicht der Einzige. Überall, wo ich mit dem Tesla auftauche, spüre ich an den Fragen der Menschen, welche Faszination die Elektromobilität ausübt.
Erich Gummerer meint:
Innovativer als jeder Audi RS6
Der Tesla ist das Beste, was der Markt an Elektrofahrzeugen derzeit hergibt. Das war auch der Grund, wieso ich mir dieses Auto gekauft habe. Nicht um anzugeben, sondern weil es nichts Innovativeres gibt. Dabei spielt unsere Firmenphilosophie eine große Rolle. Es geht dabei nicht um das Beste oder Teuerste oder generell um die Mode, sondern es geht um den Faktor Innovation. Als Unternehmen versuchen wir, die modernsten Technologien zu verwenden, die möglich sind. Da ist es für die Unternehmensleitung nur konsequent, wenn dieser Geist auch vorgelebt wird. Deshalb der Tesla, deshalb aber auch etwa das neueste Handy oder der neueste Computer – nicht als Statussymbole, sondern als Zeichen des Fortschritts und der Entwicklung. Dass Teslas im Moment noch so exklusiv, weil teuer sind, spielt keine Rolle. Für mich steht bereits jetzt fest: An dem Tag, an dem Tesla das 35.000-Euro-Modell herausbringt, werde ich meiner Frau ein solches kaufen.
Das Elektroauto ist die Zukunft der Mobilität. Da führt kein Weg daran vorbei, auch wenn sich Teile der aktuellen Automobilindustrie noch dagegen stemmen. Besonders im Stadtverkehr werden Elektrofahrzeuge wie der Tesla morgen ihre Vorteile ausspielen. Da wird alles leichter, sicherer und sauberer ablaufen, als es heute der Fall ist. Das beste Beispiel für eine solche Modellstadt der Mobilität ist Oslo. Dort wimmelt es nur so von Teslas. Norwegen geht in Sachen Elektroautos ja sehr voran. Ein Gesetz sieht vor, dass in sechs Jahren nur mehr Elektroautos zugelassen werden dürfen. An dieser Entwicklung hat Tesla einen enormen Anteil. Ohne diese innovativen Amerikaner, die der gesamten Automobilbranche hier in Europa einen Schock versetzt haben, wäre die Elektromobilität in Europa nie dort, wo sie jetzt steht. Dass der Tesla in der Gesellschaft angekommen ist, sieht man auch an den Reaktionen. Während früher die Leute noch geglotzt haben, wenn ein Tesla vorbei gefahren ist, ist es heute nichts wirklich Aufsehenerregendes mehr. Vor allem nicht für junge Leute, die das Fahrzeug aus dem Internet kennen.
Hinter dem Schock, den die klassische Automobilindustrie noch verdauen muss, stehen gute Argumente. Diese liegen natürlich auch im Fahrgefühl. Ich habe vor dem Tesla einen Audi RS6 gefahren. Das ist ein Auto, das die ganze Kunst und Innovation der Automobilindustrie des letzten Jahrhunderts in sich vereint hat. Und trotzdem verblasst das alles im Vergleich. Als ich mich zum ersten Mal in den Tesla gesetzt habe und damit gefahren bin, war das Fahrgefühl noch um einiges besser als im alten Auto. Das spricht schon sehr für sich.
Früher hieß es, ein gutes Auto muss richtig Lärm machen. Das ist völliger Schwachsinn, denke ich, wenn ich heute dieses wunderbar ruhig dahingleitende Auto fahre. In diesem Auto macht sogar das Bremsen Spaß, weil die Wirkung die Batterie wieder auflädt. Die Stärke des Tesla zeigt sich vor allem in stressigen Situationen, wie etwa in einem Stau, wo der Autopilot die Situation ruhig managt, während man selber telefoniert. Das ist ein gutes Gefühl. Ich muss einfach weniger denken und fühle mich sicherer. Das Einzige, was wirklich bedacht werden muss, ist das Aufladen. Ich hätte mir den Tesla eigentlich nicht gekauft, wenn es nicht die Schnelllade-Stationen von Tesla, die Supercharger, am Brenner und in Affi geben würde. So ist garantiert, dass ich bei Maximalreichweiten von 500 bis 600 Kilometer Flughäfen von Mailand und München immer erreichen kann. Ein Manko beim Aufladen ist sicherlich noch, dass ich bei E-Zapf-Säulen von anderen Betreibern nicht einfach mit Kreditkarte zahlen kann. Ich muss hier eine Benutzungskarte vom jeweiligen Betreiber besorgen, hier in Südtirol etwa von Alperia. Das ist verbesserungswürdig. Aber auch auf diesem Feld wird sich noch einiges tun.


















