Bozen – Der Unternehmerverband Südtirol schreibt in einer Pressemitteilung, dass über die Hälfte der neuen Mitarbeiter:innen, die Südtiroler Unternehmen benötigen, schwer zu finden seien. Dies gehe aus den Daten des Informationssystems Excelsior-Unioncamere zum Personalbedarf der Südtiroler Unternehmen hervor.
Die gesuchten Profile umfassen demnach verschiedenste Fachrichtungen: Techniker:innen, Mechaniker:innen, Facharbeiter:innen, aber auch Fahrer:innen. In einigen Branchen, wie etwa der Metall- und Holzindustrie, steige die Schwierigkeit bei der Personalbeschaffung auf Spitzenwerte von über 60 Prozent. Das liege vor allem an einem Mangel an Bewerbenden.
„Der demografische Wandel und der europaweite Wettbewerb um Talente werden die Situation zusätzlich verschärfen“, betont der Unternehmerverband.
Präsident Alexander Rieper sagt: „Talente in Südtirol zu halten und anzuziehen, wird entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region und damit den Wohlstand und die Wohlfahrt zu sichern.“ Die Südtiroler Industrie könne dank ihrer hochwertigen Arbeitsplätze einen wesentlichen Beitrag leisten.
Was zu tun sei
Laut Rieper besteht besonders in zwei Bereichen Handlungsbedarf: „Einerseits müssen junge Menschen besser über die zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten in den Hightech-Unternehmen Südtirols informiert werden, andererseits muss Südtirol als Ort zum Arbeiten noch attraktiver werden.“
Zentral dafür seien leistbare Wohnungen, insbesondere zur Miete. Ebenso wichtig sei es, die Steuerbelastung auf Arbeit zu senken, damit den Mitarbeitenden mehr Netto vom Brutto auf dem Gehaltszettel bleibe. In dieser Hinsicht begrüßt der Unternehmerverband den Vorschlag der Landesregierung, den regionalen Einkommensteuerzuschlag zu senken. „Darüber hinaus besteht auch Spielraum für eine Senkung der IRAP“, meint Alexander Rieper.
Zudem gelte es, das Potenzial an verfügbaren Arbeitskräften voll auszuschöpfen, indem die Frauenbeschäftigungsquote erhöht wird und die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit jene Menschen, die das Rentenalter erreicht haben und aktiv im Arbeitsleben bleiben möchten, dies tun können.
Um neue Arbeitskräfte nach Südtirol zu holen, sieht der Unternehmerverband auch die Einrichtung eines Welcome Centers als zentrale Anlaufstelle für neue Mitarbeitende als notwendig an. So sei es möglich, sie schnell in das Südtiroler Umfeld zu integrieren. Und es brauche den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke, die Südtirols Positionierung als modernen und attraktiven Arbeitsort stärkt.


















