Bozen – Eine Pressemeldung des Landesstatistikinstitutes Astat Mitte Januar ist erstaunlicherweise unbeachtet geblieben. Darin war zu lesen: Südtirols Bruttoinlandsprodukt ist 2024 inflationsbereinigt um 0,9 Prozent geschrumpft. Hingegen ist es 2023 um gewaltige 2,7 Prozent gewachsen. Bisher war von plus 0,7 Prozent für 2024 und plus 1,1 Prozent für 2023 ausgegangen worden. Kann es sein, dass Südtirols Wirtschaftsdaten nachträglich derart stark revidiert werden müssen?
Diese Frage hat sich die SWZ bereits vor einigen Wochen in einem Kommentar gestellt – und sie später noch einmal mit Astat-Direktor Timon Gärtner besprochen. Als Hauptgrund nannte Gärtner eine andere Korrektur: Bisher hatte das Statistikinstitut Istat für 2023 – inflationsbereinigt – eine Südtiroler Wirtschaftsleistung von 28.000 Millionen Euro geschätzt, nun von 28.400 Millionen. Für 2024 war man bisher von 28.200 Millionen ausgegangen, nun sind es nur mehr 28.100 Millionen. Somit erhöht sich automatisch der Startwert, auf dessen Basis die Entwicklung von 2024 berechnet wird – und aus plus 0,7 Prozent werden minus 0,9 Prozent. Ganz befriedigend war Gärtners Antwort nicht.
Der SWZ-Artikel veranlasste offensichtlich auch das Team K zu einer Landtagsanfrage im Rahmen der aktuellen Fragestunde und wollte darin u.a. wissen, ob das Astat das BIP Südtirols anhand des staatlichen BIP schätzt. Die Antwort ist wiederum recht dürftig. Unter anderem heißt es darin: Definitive Daten und Schätzungen für das Südtiroler BIP werden vom ISTAT veröffentlicht. Für kurzfristige Schätzungen und Prognosen in die Zukunft zur Südtiroler Wirtschaft (BIP und Konsumausgaben) verwendet das ASTAT eigene ökonometrische Modelle, wobei in diesen auch das staatliche BIP mitberücksichtigt wird.

















