Bozen – Die Lagerflächen vieler Werkstätten und Reifenhändler in Südtirol sind mit Altreifen gefüllt, weil deren Abholung vielfach ausbleibt. Dafür zuständig wären die Hersteller und Importeure von Reifen bzw. die entsprechenden Sammelsysteme. Schätzungen zufolge bleiben in Südtirol jedes Jahr rund 2.000 Tonnen Altreifen liegen.
Um die Betriebe zu entlasten, hat die Landesregierung die zuständigen Landesämter beauftragt, die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Lösung der Problematik zu erarbeiten. „Denn die derzeitige Situation birgt Risiken für Sicherheit und Brandschutz und wirkt sich durch die sichtbaren Reifendepots auch negativ auf das Landschaftsbild aus“, begründet Wirtschaftslandesrat Marco Galateo.
Geplant ist zudem eine außerordentliche und zeitlich befristete Unterstützungsmaßnahme für die betroffenen Unternehmen. Konkret ein einmaliger Landesbeitrag für Unternehmen, die die Abholung der Altreifen privaten Entsorgungsunternehmen übertragen. Das Land will dabei bis zu 80 Prozent der anfallenden Kosten übernehmen. Der geschätzte Finanzierungsbedarf für die Maßnahme beläuft sich auf rund 400.000 Euro.
Galateo betont: „An der grundsätzlichen Zuständigkeit des staatlichen Systems für die Entsorgung von Altreifen ändert sich jedoch nichts. Es muss eine den Bedürfnissen Südtirols entsprechende Abholung sicherstellen.“
Die Betriebe atmen auf, aber …
Die Kfz-Mechatroniker:innen im Handwerkerverband lvh begrüßen den Schritt der Landesregierung. Er sei eine wichtige Entlastung, sagt die Obfrau Julia Genetti. Der lvh hatte in der Vergangenheit und insbesondere zuletzt Lösungen eingefordert.
Für Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh, ist entscheidend, neben der kurzfristigen Hilfe auch die Ursache des Problems im Blick zu behalten: „Die geplante Unterstützung schafft für die Betriebe dringend benötigten Spielraum. Gleichzeitig darf daraus keine dauerhafte Ersatzlösung werden. Die Werkstätten erfüllen ihre Verpflichtungen und brauchen im Gegenzug ein Sammelsystem, auf das sie sich verlassen können.“


















