Bozen – Der Arbeitsmarktservice des Landes hat erstmals die beiden ladinischen Täler Südtirols, Gröden und Gadertal, gemeinsam unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zusammengefasst: Ladinien hat eine der stärksten Beschäftigungswachstumsraten in Südtirol, ist stark tourismusorientiert, hat viele auswärtige Beschäftigte und eine überdurchschnittlich hohe Registerarbeitslosigkeit.
Konkret stieg die Zahl der abhängig Beschäftigten in Ladinien zwischen 2015 und 2025 um 34 Prozent. In Südtirol insgesamt waren es hingegen plus 24 Prozent.
Im Jahresmittel 2025 arbeiteten 50 Prozent der abhängig Beschäftigten im Tourismus. Zum Vergleich: In ganz Südtirol lag der Anteil bei knapp 16 Prozent. „Kein anderer kleinregionaler Arbeitsmarkt Südtirols erreicht eine vergleichbare Konzentration“, erklärt Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice.
Innerhalb von zehn Jahren stieg die Beschäftigung im ladinischen Gastgewerbe um 59 Prozent – allein in der Gastronomie um rund 75 Prozent.
Weiters belegt die Analyse die starke Abhängigkeit von auswärtigen Arbeitskräften: Im Jahresmittel 2025 wohnten rund 35 Prozent der abhängig Beschäftigten Ladiniens nicht in Südtirol. Der Landesdurchschnitt liegt bei gut 16 Prozent.
Deshalb deutlich mehr eingetragene Arbeitslose
Die große Rolle des Tourismus, in dem die Arbeitsverträge meistens befristet sind, wirkt sich auch auf die Arbeitslosenzahlen aus. Denn nach den Saisons wechseln die Beschäftigten in der Regel in die Arbeitslosigkeit und beziehen Arbeitslosengeld. Die sogenannte Registerarbeitslosenquote lag im Jahresmittel 2025 in Gröden bei knapp zehn Prozent und im Gadertal bei elf Prozent. Zum Vergleich der Südtiroler Schnitt: 6,3 Prozent.
Der Arbeitsmarktservice des Landes bezeichnet Ladinien deshalb zugespitzt als „Arbeitslosenhotspot“.
Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof meint, die starke Abhängigkeit von einem Sektor habe auch seine Kehrseiten: „Ein Teil des Arbeitskräftepotenzials vor Ort bleibt ungenutzt. Zugleich pendelt ein Teil der Beschäftigten in andere Arbeitsmärkte aus – teilweise in Sektoren, die in Ladinien weniger stark vertreten sind.“


















