Bozen/Rom – Im italienischen Parlament wird derzeit über das Haushaltsgesetz 2026 debattiert. Nun sorgt ein Änderungsantrag seitens der Mehrheit für Wirbel. Demnach soll der sogenannte Arbeitgeberbeitrag, der bei der Einschreibung in einen Zusatzrentenfonds zusteht, künftig bei allen Rentenvorsorge-Produkten möglich sein.
Dagegen laufen nun unter anderem Gewerkschaften und einige Pensionsfonds Sturm. Darunter der in Trentino-Südtirol gegründete Zusatzrentenfonds Laborfonds, der durch Kollektivverträge geregelt ist.
Laborfonds-Präsident Lorenzo Bertoli erklärt: „Mit dieser Maßnahme werden die Grundlagen des aktuellen Modells untergraben, das die zentrale Rolle der Sozialpartner und der Tarifverhandlungen vorsieht. Auf diese Weise werden geschlossene Zusatzrentenfonds wie Laborfonds benachteiligt, die mit dem einzigen Ziel gegründet wurden, die Interessen ihrer Mitglieder zu schützen.“
Direktor Stefano Pavesi betont, dass die vollständige Übertragbarkeit des Arbeitgeberbeitrags nur scheinbar eine Maßnahme sei, die einen stärkeren Wettbewerb fördert: „In Wirklichkeit besteht die Gefahr, dass die Mitglieder der geschlossenen Zusatzrentenfonds den anderen Marktteilnehmern aufs Verderben ausgeliefert sind. Ich kann mir schon vorstellen, welchem Druck unsere Mitglieder ausgesetzt sein werden, wenn sie bei ihrer Bank einen Kredit beantragen.“
Laborfonds-Vizepräsident Alfred Ebner meint, dass die Entscheidung in Rom „auf eine großangelegte Privatisierung der zweiten Säule der Altersvorsorge abzielt und de facto die Rolle der Tarifverhandlungen außer Kraft setzt“. Ebner weiter: „Diese Änderung begünstigt die von Banken und Versicherungen geförderten individuellen Formen der Altersvorsorge, die teurer und weniger transparent sind. Ich sehe darin keinen Vorteil für die Arbeitnehmer:innen.“















