Bozen – Am Dienstagnachmittag hat die Landesregierung in einer Sondersitzung Möglichkeiten für eine Krisenhilfe ausgelotet. Das Land plant zusätzliche Hilfsmaßnahmen, die über jene des Staates hinausgehen, um die Teuerungen infolge der Energiekrise abzufedern. Die Krisenhilfe soll im Haushaltsänderungsgesetz, das im Oktober verabschiedet werden soll, eingebaut werden.
„Ziel ist es in erster Linie, jenen Bürgerinnen und Bürgern unter die Arme zu greifen, die die Folgen der Energiekrise und entsprechenden Teuerungen besonders hart zu spüren bekommen. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen weiters auch öffentliche Dienstleistungen aufrechterhalten und die Dienste der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften garantiert werden“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher.
Schwierigkeiten würden aus verschiedensten Bereichen gemeldet: hohe Energierechnungen für öffentliche Gebäude oder Alters- und Pflegeheime, aber auch Familien, Rentner und Alleinstehende hätten zunehmend Schwierigkeiten, die Lebenskosten zu bestreiten.
Zweistelliger Millionenbetrag
„Eine endgültige Summe steht noch nicht fest“, sagt Kompatscher. Die definitive Entscheidung – auch wie das Geld verteilt werden soll – soll im Oktober fallen.
Der Landeshauptmann erklärt, man gehe von einem zweistelligen Millionenbetrag aus. Der ganze große Wurf wird die Krisenhilfe also nicht werden.
Arno Kompatscher macht denn auch keine allzu großen Hoffnungen: „Wir werden damit das Problem sicher nicht definitiv lösen können. Vielmehr ist es ein Beitrag im Rahmen des Möglichen des Landeshaushalts.“
Es dürfe nicht vergessen werden, dass sich Europa und damit auch Südtirol in der Krise befinde. „Europa ist nicht direkt militärisch, aber durch die Sanktionen gegen Russland doch in den Krieg involviert. Wir müssen uns bewusst sein, dass alle diese Auswirkungen zu spüren bekommen“, so Kompatscher.
Bleiben die Unternehmen außen vor?
Auch die Betriebe erhoffen sich eine Unterstützung seitens des Landes, um die hohen Energiekosten bewältigen zu können. Arno Kompatscher sagte auf der Pressekonferenz am Dienstag, die Hilfsmaßnahmen würden alle Situationen betreffen. Priorität habe allerdings die Sicherung des Konsums, sprich Familien und Rentner:innen in Schwierigkeiten. Und daneben die öffentlichen Dienste, die ebenfalls mit hohen Kostensteigerungen zu kämpfen hätten.
Je nach verfügbaren Geldmitteln werde man auch andere Themen angehen, so Kompatscher.















