Es waren nur wenige Zuschauer*innen, die vergangene Woche im Internet mitverfolgten, wie der Südtiroler Landtag über das 500-Millionen-Antikrisenpaket der Landesregierung debattierte. Somit hörten nur wenige Zuschauer*innen jenen Satz, mit dem der SVP-Abgeordnete Helmuth Renzler unterstreichen wollte, dass Krisenhilfen nur fließen dürfen, wenn die begünstigten Unternehmen „schriftlich eine mindestens 70-prozentige Arbeitsplatzgarantie“ geben: „Es besteht nämlich die große Gefahr, dass viele Betriebe die Krise zum Anlass nehmen, um Arbeitsplätze abzubauen.“
Nachdem Renzler erst im Jänner den Südtiroler Unternehmen offen Steuerhinterziehung vorgeworfen hatte (und dafür einen Rüffel vom SVP-Wirtschaftsflügel erntete), jetzt also der nächste Frontalangriff auf die ach so bösen Arbeitgeber*innen. Dass „viele“ von ihnen die Krise „zum Anlass nehmen“ könnten, um – juhu! – endlich Mitarbeiter*innen loszuwerden, zeugt von einer eigenartigen Wahrnehmung des heimischen Wirtschaftsgeschehens. Es handelt sich sogar um eine Beleidigung der vielen krisengebeutelten Unternehmen in Südtirol, zumal der unzähligen Kleinbetriebe und Familienunternehmen. Wer von ihnen würde Jobs einfach so, aus Lust an der Freude, abbauen?
Unter den allzu brav gewordenen SVP-Arbeitnehmer*innen ist deren Ex-Chef Helmuth Renzler der Einzige, der den Angriff liebt. Blöd ist nur, wenn daraus unqualifizierte Frontalangriffe werden.(cp)


















