Bozen – Die Bozner Gemeindepolitik ist in Aufruhr. Manuel Nardo, der für den Landtagsabgeordneten Angelo Gennaccaro in den Gemeinderat nachgerückt war, kehrt Gennaccaros Liste den Rücken. Statt Oppositionsarbeit zu betreiben, wechselt er nun zu Forza Italia – und somit zur Mehrheit. Gennaccaro spricht von Verrat. Nardo hingegen ließ verlauten, er wolle nicht gegen die Stadtregierung arbeiten, deren Ziele und Werte er teile.
Nardos Argumentation lässt sich in Teilen nachvollziehen. Es scheint tatsächlich vielfach so, als würden Parteien sich gegenseitig vieles madig reden – egal wo und auf welcher Ebene. Bis sie eine Koalition eingehen und plötzlich doch Berührungspunkte finden. Nichtdestotrotz hätte Nardo zumindest versuchen können, auch aus der Opposition heraus Anliegen der Mehrheit mitzutragen. Ob ihn ein möglicher Fraktionszwang daran gehindert hätte, wissen wir nicht.
Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. Und das Unverständnis zahlreicher Wähler:innen. Sie werden es sich bei der nächsten Wahl noch genauer überlegen, ob sie zur Urne schreiten
















