Bozen – Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist es eine paradoxe Situation: „Mittlerweile gibt es mehr weibliche Studentinnen und Universitätsabsolventinnen als männliche Studierende. Dennoch werden in den Medien, bei Interviews oder Gesprächsrunden meist männliche Experten gefragt.“
Das Alibi, man habe keine geeignete Fachfrau gefunden, wollen die Landespolitik, der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro nicht mehr gelten lassen. In Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Informatik wurde eine Expertinnendatenbank errichtet, die es ermöglicht, Fachfrauen aus jedem Bereich zu Veranstaltungen und Interviews einzuladen.
Es sei dies ein weiterer Schritt für eine gerechte Darstellung der Geschlechter in den Medien und für eine verstärkte Sichtbarkeit von Frauen in der öffentlichen Diskussion.
Die Datenbank namens Ada ist Teil der Initiative „No Women No Panel“, der das Land 2024 beitrat. Sie ist nach der britischen Mathematikerin und als erste Programmiererin bezeichneten Ada Lovelace benannt.
Francesco Trevisan vom Frauenbüro erklärt: „Ada ist eine Datenbank für Frauen mit beruflichen Qualifikationen, Führungsfähigkeiten und fachspezifischen Kenntnissen, die in Südtirol wohnhaft oder hier beruflich tätig sind.“
Interessierte Frauen können sich in der Datenbank registrieren. „Es ist wichtig, dass sich die Datenbank in den kommenden Wochen mit Leben füllt und schon bald viele Kontakte zu Frauen mit den verschiedensten Fachkenntnissen verfügbar sind“, so Trevisan.
Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit, sagt: „In einer Zeit, in der Gleichstellung und Diversität mehr denn je gefordert werden, ist es unerlässlich, dass Frauen nicht nur als Statistinnen, sondern als Expertinnen in allen Bereichen anerkannt werden.“

















