Rom/Bozen – Lange war das Ziel verfolgt worden, nun ist es gelungen: Italiens Küche in ihrer Gesamtheit darf sich jetzt immaterielles Kulturerbe nennen. Darunter versteht die Unesco Traditionen, Bräuche und Fertigkeiten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und die kulturelle Identität stärken.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die italienische Küche in einer ersten Reaktion als „unseren beeindruckendsten Botschafter“. Von einem „historischen Ziel“ schwärmte Tourismusministerin Daniela Santanchè. Die Regierung Meloni hatte die italienische Küche vor zwei Jahren für die Eintragung in die Kulturerbe-Liste kandidiert. Zur Erinnerung: Die neapolitanische Kunst des Pizzabackens ist schon seit 2017 Kulturerbe. Frankreichs Gourmetküche – aber eben nur die Gourmetküche – ist es bereits seit 2010.
Was Südtirol zu bieten hat
Auch Südtirol hat – neben den Dolomiten als Unesco-Weltnaturerbe – immaterielles Unesco-Kulturerbe zu bieten:
Transhumanz im Schnalstal: Der traditionelle Brauch des saisonalen Viehtriebs, bekannt als Transhumanz, wurde 2019 als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die Schafwandertriebe in den Ötztaler Alpen ins Schnalstal sind eine besondere Form der Transhumanz, da sie sowohl Gletscher wie auch nationale Grenzen überschreitet.
Obervinschger Waale: Die traditionelle Bewässerungsmethode mit Waalen im Obervinschgau erhielt 2023 die Unesco-Anerkennung. Beim „Wiesenwassern“ auf der Malser Haide werden Wiesen mit Hilfe von Bewässerungsgräben, den sogenannten Waalen, geflutet.
Trockensteinmauern: Die Technik des Trockensteinmauerns ist seit 2024 immaterielles Kulturerbe. Das transnationale Erbe betrifft nicht nur Südtirol, sondern auch Kroatien, Zypern, Frankreich, Griechenland, Italien, Slowenien, die Schweiz, Andorra, Belgien, Irland, Luxemburg und Österreich.
Alpinismus: Seit 2019 zählt der Alpinismus zum immateriellen Kulturerbe. Dieses transnationale Erbe betrifft Italien (und somit auch Südtirol), Frankreich und die Schweiz.
Nun also ist auch die italienische Küche wie die Transhumanz, die Waale, die Trockensteinmauern und der Alpinismus. Indirekt betrifft diese Auszeichnung durch die Unesco auch Südtirol.















