Bozen – Rund zweieinhalb Jahre lang war weitgehend Ruhe an der Preisfront: Die Inflation hatte sich bei rund zwei Prozent eingependelt. Doch jetzt hat der Iran-Krieg für einen neuen Preisauftrieb gesorgt. Im April lag die Inflation in Südtirol bei 3,4 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut ISTAT am Freitag bekanntgab. Im März waren es noch 1,9 Prozent.
Treiber der Inflation sind die gestiegenen Treibstoff- und Energiepreise. Aber auch Lebensmittel (plus 4,8 Prozent) und das Gastgewerbe (plus 4,9 Prozent) wurden im April überdurchschnittlich teurer – immer im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres. Die höheren Produktionskosten wurden demnach schon zumindest teilweise an die Verbraucher:innen weitergereicht.
Auf nationaler Ebene lag die Inflation im April bei 2,7 Prozent.
Es ist davon auszugehen, dass die Inflation nun länger auf einem höheren Niveau bleiben wird – ganz abhängig davon, was sich im Nahen Osten tut und wie sich dementsprechend die Treibstoffpreise weiterentwickeln. Damit einhergehend werden Zinserhöhungen seitens der Europäischen Zentralbank erwartet.
Der renommierte Ökonom Hans-Werner Sinn sagte im Interview in der aktuellen SWZ-Ausgabe, dass er aber keine Gefahr für eine hohe Inflation wie vor vier Jahren sieht, als das Preisniveau um mehr als zehn Prozent gestiegen war. Denn es gebe international gesehen (noch) keine Einschränkung der Ölproduktion.

















