Bozen – Der Landtag hat in dieser Sitzungswoche einen Beschlussantrag genehmigt, wonach der sogenannte Holzbaufonds des Landes auf private Bauträger ausgeweitet wird. Mit dem Holzbaufonds, der aktuell mit jährlich 1,2 Millionen Euro ausgestattet wird, fördert das Land den Einsatz von Holz als nachhaltigen Baustoff. Anspruch auf die Förderung haben derzeit allerdings nur öffentliche, gemeinnützige und kirchliche Körperschaften und Organisationen.
Der Beschlussantrag, auch Private in den Genuss der Holzbauförderung kommen zu lassen, wurde von den Grünen eingereicht – mitunterzeichnet von den bäuerlichen SVP-Abgeordneten Franz Locher und Sepp Noggler. Der Antrag wurde einstimmig (!) angenommen. Nun muss die Landesregierung die entsprechenden Schritte in die Wege leiten.
Die Grüne Madeleine Rohrer sagt: „Mit der Öffnung des Holzbaufonds wird das Bauen mit heimischem Holz künftig für alle Südtirolerinnen und Südtiroler finanziell attraktiver – ein klares Signal für Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und eine nachhaltige Bauwirtschaft.“
„Auch Massivbauweise kann CO2 einsparen“
Auch für das Südtiroler Baukollegium geht der genehmigte Beschlussantrag in die richtige Richtung. Alle Bemühungen, die ressourcenschonendes, CO₂-einsparendes Bauen begünstigen, seien ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Energiewende.
Präsident Christian Egartner betont allerdings: „Bei Fördermaßnahmen zum nachhaltigen Bauen sollte immer die CO₂-Reduzierung und nicht die Bauweise im Vordergrund stehen.“ Nachhaltiges Bauen müsse man unabhängig vom verwendeten Material fördern.
Das Baukollegium und das dort angesiedelte Konsortium bau.recycle weisen darauf hin, dass alle Bauweisen – Holzbauweise und Massivbauweise – Möglichkeiten zur CO₂-Einsparung bieten. Bau.recycle-Präsident Andreas Auer sagt: „In den letzten Jahren hat sich in der Forschung sehr viel getan. Zudem können in der Massivbauweise Recyclingprodukte wiederverwertet werden. Das heißt, Bauschutt wird wiederaufbereitet und als Recyclingprodukt wiederverbaut.“
Dadurch, so Auer, schließe sich der Kreislauf und natürliche Ressourcen würden geschont. „Die Recyclingprodukte unterliegen zudem ständigen geochemischen und geotechnischen Prüfungen. Bestehende Vorurteile sind somit völlig unbegründet“, meint der Bauunternehmer.
















