Bozen – Der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols hat heute bei seiner Vollversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Er besteht in den kommenden vier Jahren aus Christian Scartezzini (Bezirk Brixen), Hannes Kneissl (Meran), Egon Seebacher (Vinschgau), Benjamin Kirchmaier (Bozen), Helmut Sartori (Seiser Alm), Andreas Schenk (Gröden), Paul Eisendle (Wipptal), Andy Varallo (Gadertal), Mark Winkler (Hochpustertal) und Andreas Dorfmann (Ahrntal-Kronplatz).
Um 64 Prozent mehr Saisonskipässe
Im öffentlichen Teil der Vollversammlung erinnerte Präsident Helmut Sartori an die Bedeutung des Skisports: „Skifahren ist nicht tot! Seit Jahren hören wir, dass der Skisport nicht mehr lange attraktiv sein wird – doch jedes Jahr wird uns das Gegenteil bewiesen.“ Das sei auch im abgelaufenen Winter so gewesen. In den zwei großen Skiverbünden Südtirols seien rund 110.000 Saisonskipässe verkauft worden, um 64 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Zum Großteil gehen diese Saisonpässe auf das Konto der Einheimischen – Skifahren sei also auch bei den Einheimischen nach wie vor beliebt.
In den Südtiroler Skiclubs seien zudem rund 5.000 Kinder eingeschrieben, was zeige, welche soziale Funktion die Skigebiete und vor allem auch die Dorflifte erfüllen. „Öffentliche Förderungen sind hier eine gute – und mehr als gerechtfertigte – Investition“, so Sartori.
0,5 Prozent der Gesamtfläche
Freilich wäre ein Saisonstart im November ohne technische Beschneiung nicht denkbar. Allerdings, so betonte Sartori, sei das Wasser, das dafür aufgewendet wird, nicht „verloren“, sondern sickere im Frühjahr bei der Schneeschmelze ins Grundwasser zurück. Die Skipisten seien gewissermaßen Wasserspeicher. Apropos Wasserspeicher: Sartori plädierte für den Bau von Speicherbecken, die auch als Multifunktionsbecken – zum Beispiel im Falle von Bränden – genutzt werden können.
Dass Helmut Sartori die ständigen Angriffe auf die Aufstiegsanlagenbetreiber ein Dorn im Auge sind, war nicht zu überhören. Skigebiete, so meinte er, machen gerade einmal 0,5 Prozent der Gesamtfläche des Landes aus. Und die Pisten seien Flächen, „die zwar für einige Monate genutzt, aber nicht verbraucht werden“.
Immer bedeutender wird für die Skigebiete auch die Sommersaison: Sie mache mittlerweile zehn Prozent des Jahresumsatzes aus.
Die Beschäftigung in den Skigebieten hat sich laut Sartori positiv entwickelt: „60 zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen, somit waren insgesamt 2.442 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Mitgliedsunternehmen tätig“.
Die Südtiroler Wirtschaft als Puzzle
Helmut Sartori bemängelte, dass den Skigebieten zuweilen das Leben schwer gemacht wird und „über den Abbau von Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert“ werde. Deswegen fragt er sich: „Wird Erfolg in unserem Land inzwischen als selbstverständlich angesehen? Erinnern wir uns nicht mehr an jene Zeiten, in denen das Leben in den Bergen von Armut und Entbehrungen geprägt war und viele Täler und Dörfer von Abwanderung bedroht waren?“ Auch die Skigebiete hätten dazu beigetragen, in den Tälern eine wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten und Abwanderung zu verhindern.
Die Südtiroler Wirtschaft, so Sartori, sei „wie ein Puzzle, wo sich ein Teil an das Nächste reiht und zusammen ein vollständiges Bild ergibt“. Alle Puzzleteile seien gleichermaßen wichtig für den Wohlstand.



















