Bozen – Die EU und die Europäische Zentralbank (EZB) treiben die Einführung eines digitalen Euro weiter voran (siehe einen früheren SWZ-Artikel dazu). Der Handels- und Dienstleistungsverband hds begrüßt einen digitalen Euro grundsätzlich. Er könne für den Handel und für ganz Europa eine echte Chance sein.
Präsident Philipp Moser sagt: „Der digitale Euro kann zu mehr Wettbewerb im Zahlungsverkehr, niedrigeren Kosten und mehr Unabhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern beitragen.“ Gerade bei digitalen Zahlungen fehle bislang ein staatlich garantiertes Gegenmodell zu den heute dominierenden privaten Zahlungssystemen, „die mit ihren hohen Kommissionen zu den großen Gewinnern gehören“.
Gleichzeitig warnt Moser: „Der digitale Euro darf nicht zu einem neuen bürokratischen und teuren Zwangssystem werden.“
Diskutierte Gebührenmodelle in der Kritik
Konkret bewertet der hds die derzeit diskutierten Gebührenmodelle kritisch. „Es wäre ein schwerer Fehler, die bekannten Kostenstrukturen aus dem Kreditkartengeschäft auf den digitalen Euro zu übertragen“, so der Verband, der prozentuale Händlergebühren ablehnt. Der technische Aufwand einer Zahlung hänge nicht von der Höhe des Betrags ab, daher brauche es ein einfaches, transparentes und rein transaktionsbasiertes Gebührenmodell mit möglichst geringen Kosten für die Unternehmen.
Aktuell belaufen sich laut Dachverband Confcommercio die Gebühren für POS-Transaktionen in Handel und Gastronomie auf 0,7 Prozent bei Bankomat-Zahlungen und 1,3 Prozent bei Kreditkarten-Zahlungen.
„Für Südtirol besonders relevant“
Für Südtirols Handel und Gastronomie ist das Thema laut Philipp Moser besonders relevant: „Viele Betriebe arbeiten mit kleinen Margen, hoher Frequenz und steigenden Fixkosten. Wenn Zahlungsgebühren relevant bleiben, wird der Bezahlvorgang zum versteckten Kostentreiber – und das schadet am stärksten unseren vielen Klein- und familiengeführten Betrieben.“


















