Bozen – Der Wirtschaftsverband hds stellt sich neu auf: Heute hat er bei einer Pressekonferenz am Hauptsitz in Bozen seine neue Marke vorgestellt. Gegründet wurde er 1946 aus dem Einzelhandel heraus. In den vergangenen 76 Jahren kamen zahlreiche neue Wirtschaftssektoren sowie Unternehmenszweige dazu.
„Mit unserer Vision als ‚Stadt- und Dorfentwickler‘ decken wir heute alle innerhalb eines Ortes tätigen Wirtschaftssektoren ab,“ erklärte hds-Präsident Philipp Moser . Dazu gehören alle Formen des Handels (Einzelhandel, Großhandel, lokaler Onlinehandel, Wanderhandel), der Gastronomie (Bars, Pubs, Restaurants, Gasthäuser, Pizzeria) und alle Dienstleistungen sowohl an der Person als auch an Unternehmen. Insgesamt 28 verschiedene Fachgruppen sind aktuell im hds organisiert. „Wir sind die Orts- und Stadtpfleger“, sagte Moser.
Die Rolle der Gastronomie
Um die Zukunft unserer Orte, Innenstädte, Stadtviertel und Dorfkerne zu sichern, brauche es einen Dreiklang aus Handel, Dienstleistungen und Gastronomie. „Letztere hat eine Schlüsselrolle. Orte zum Ausgehen sind ein zentraler Faktor für die Ortsentwicklung, denn sie steigern die Verweildauer von Besuchern in einem Ort“, erklärte Moser. Altersübergreifend seien die Gründe für einen Innenstadt- oder Ortskernbesuch in erster Linie das kulinarische Erlebnis, das Ausgehen und der Einkaufsbummel.
Neue Marke „we are economy“
Dieses Wachstum des Wirtschaftsverbandes soll ab sofort mit einer neuen Marke visuell zur Geltung kommen. Dem bereits bestehenden hds-Logo wird der Claim „we are economy“ hinzugefügt.
Unternehmer:in sein in Südtirol
Bei der Pressekonferenz betonte der hds auch sein Engagement für mehr Unternehmergeist, für mehr unternehmerisches Denken und Handeln. Oft finde die Rolle der Unternehmerinnen und Unternehmer in der öffentlichen Diskussion wenig bis kaum Beachtung. Es seien die Weichen zu stellen, damit in Zukunft das „Unternehmer sein und werden“ weiterhin attraktiv bleibt. Leistung und Initiative seien zu belohnen und Innovation sowie Unternehmergeist gehörten gefördert.
„Aus der jungen Generation kommen nicht nur die zukünftigen Fach- und Führungskräfte, sondern auch die Unternehmerinnen und Unternehmer von morgen. Diese gründen neue Betriebe, übernehmen bestehende Tätigkeiten, halten Arbeitsplätze und schaffen neue Arbeitsplätze“, betont die frisch gewählte Präsidentin der Jungen im hds, Valentina Pezzei. Es müsse alles dafür getan werden, damit in dieser Zeit, die Wirtschaft bei der Planung für die Zukunft nicht vergessen und zukünftigen Jungunternehmern Mut gemacht werde, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Dazu gehört auch die Steuergerechtigkeit: Es braucht gleiche Regeln für alle Akteure – ob stationär oder online oder Kleinbetriebe und Konzerne.
Inflation
Die Verbandsführung nahm die Pressekonferenz zudem zum Anlass genommen, um die Inflation anzusprechen. „Diese ist verbunden mit dem Kaufkraftverlust der Menschen und den entsprechenden Auswirkungen auf den Konsum ein ernstzunehmendes Problem, bei dem dringender Handlungsbedarf besteht“, betonte hds-Vizepräsident Sandro Pellegrini.
Wenig bekannt seien hier Maßnahmen und Instrumente, die von Seiten der Betriebe und den Sozialpartnern bereits vorhanden sind, um die Kaufkraft zu stärken. „Es gibt eine Reihe von steuer- und beitragsbefreiten Benefits und Belohnungsinstrumenten, die einfach und schnell angewandt werden können“, so Pellegrini. Beispiele hierfür seien das betriebliche Welfare, mit dem die Betriebe etwa Essengutscheine oder Einkaufsgutscheine bis zu einem Wert von 258 Euro steuerfrei an die eigenen Mitarbeiter vergeben können, oder aktuell die steuerfreien Tankgutscheine bis zu 200 Euro. Weiters gebe es für die Betriebe die Möglichkeit, eigenständig Prämien ohne Höchstgrenzen an die Mitarbeiter über Welfare-Plattformen zu gewähren für Leistungen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Gesundheit, Pensionsvorsorge, Kinderbetreuung und Freizeitaktivitäten.
Auch Ergebnisprämien können genutzt werden: Betriebe können über ein Betriebsabkommen bis zu 3.000 Euro an Prämien, die im Zusammenhang mit einer Steigerung der Produktivität, Ertragsfähigkeit, Qualität, Effizienz und Innovation ausbezahlt werden, gewähren. Der Vorteil für die Arbeitnehmer:innen: Diese zahlen eine Ersatzsteuer auf die Prämie von nur zehn Prozent. Das entsprechende territoriale Abkommen wird in diesen Tagen erneuert.
Der hds nahm aber auch den Staat in die Pflicht: Dieser müsse den Nettoanteil bei den Lohnkosten erhöhen. Es gehe darum, die Kaufkraft der Menschen zu stärken, so die Forderung des Wirtschaftsverbandes in Richtung Rom. Und: Das Thema der Lohnkosten betreffe nicht einzelne Wirtschaftsbereiche, sondern alle Sektoren übergreifend.















