Bozen – Die EU und Indien haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Wirtschaft und die Unternehmen, auch jene in Südtirol“, kommentiert der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper. Er geht von einem enormen Wachstumspotenzial aus.
Südtirol exportiert derzeit jährlich Waren im Wert von rund 40 Millionen Euro nach Indien. „Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen. Es entspricht etwa 0,5 Prozent unseres Gesamtexports. Doch entscheidend ist das enorme Wachstumspotenzial dieses Marktes“, betont Rieper.
Indien zähle rund 1,5 Milliarden Einwohner, verzeichne ein starkes Wirtschaftswachstum und sei eine stabile Demokratie. Mit dem Abkommen werde somit eine Freihandelszone mit zwei Milliarden Menschen geschaffen, von der beide Seiten profitieren.
Rieper meint, das Abkommen dürfte sich besonders positiv auf die Automobilbranche auswirken: „Sie ist aktuell mit Zöllen von über 100 Prozent konfrontiert. Davon könnten auch die Unternehmen in Südtirol, die im Automotive-Sektor tätig sind, erheblich profitieren.“ Gleiches gelte zudem für Betriebe im Hightech-Bereich, etwa in der Elektronik oder im Maschinenbau.
Interessante Möglichkeiten erwartet der Unternehmerverband aber auch für den Lebensmittelsektor, wo ebenfalls Zollsenkungen vorgesehen sind. „Zum Beispiel für Wein, Bier, Back- und Süßwaren. Mittelfristig dürfte sich das ebenfalls positiv auf unsere Exportentwicklung auswirken“, ist Alexander Rieper überzeugt.
Nun hofft der Unternehmerverband auch auf eine rasche Umsetzung des Mercosur-Abkommens mit südamerikanischen Ländern. Rieper sagt: „Je mehr Handelshemmnisse und bürokratische Hürden abgebaut werden, desto besser können sich unsere exportorientierten Unternehmen entfalten. Gerade in der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Lage sind solche Abkommen zudem von zentraler Bedeutung, um ein starkes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu setzen.“



















