Hamburg/Bozen – Gleichberechtigung ist auf dem Hof genauso wichtig wie im Büro. Anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 kamen die Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen der Bäuerinnen- und Landfrauenorganisationen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol zum jährlichen Vier-Länder-Treffen heuer in Hamburg zusammen. Im Mittelpunkt standen die finanzielle Absicherung von Frauen sowie ihr gleichberechtigter Zugang zu Finanzierungen und agrarpolitischen Fördermitteln.
Frauen trügen in landwirtschaftlichen Betrieben eine hohe Verantwortung – als Unternehmerinnen, Mitunternehmerinnen und Entscheidungsträgerinnen, so der Tonus des Treffens. Dennoch spiegelten Eigentumsverhältnisse, Vermögensaufbau, Altersvorsorge sowie der Zugang zu Krediten und Fördermitteln ihre Leistungen häufig nicht ausreichend wider.
Frauengeführte Unternehmen verlässlicher
„Es ist erwiesen, dass frauengeführte Unternehmen branchenübergreifend risikoärmer agieren und Kredite verlässlicher zurückzahlen als männlich geführte Betriebe. Zugleich schneiden sie bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien besser ab und investieren stärker in die Weiterqualifizierung ihrer Beschäftigten“, betont Antonia Egger, Landesbäuerin der Südtiroler Bäuerinnenorganisation.
„Es ist an der Zeit, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen.“ Antonia Egger
Damit Frauen gleichermaßen von Krediten und Fördergeldern profitieren, fordern die Verbandschefinnen grundlegende Reformen bei der Finanzvergabe. Typische Barrieren wie geringere Betriebsgrößen, fehlende Sicherheiten oder der fehlende Status als offizielle Betriebsleiterin müssten abgebaut werden. Gleichzeitig plädierten sie dafür, die Stärken weiblicher Unternehmensführung anzuerkennen, die Agrarförderung geschlechtergerecht einzusetzen und spezifische Förderprogramme für Frauen auszubauen.
Zusätzlich müssten Bildungs-, Beratungs-, Coaching- und Netzwerkangebote erweitert werden, um das Finanzwissen zu stärken und Frauen bei Finanzierung, Betriebsübernahme, Gründung und Investitionen gezielt zu unterstützen.
Die Schweiz als Vorbild
Um insbesondere mitarbeitende Partnerinnen verbindlich einzubinden und abzusichern, brauche es neue Rahmenbedingungen. Die Schweiz zeige vorbildlich, wie sich durch die Verknüpfung von Direktzahlungen mit dem Nachweis eines Versicherungsschutzes für mitarbeitende Partnerinnen wirksame Anreize setzen ließen.
Die vier Verbände vertreten gemeinsam rund 646.000 Bäuerinnen und Landfrauen.


















