Bozen – Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) zeigt sich besorgt über die vom nationalen Verband Confcommercio veröffentlichte Analyse zur zunehmenden „Ausdünnung des stationären Einzelhandels“ in Italien. Laut Studie sind in den vergangenen zwölf Jahren über 140.000 Detailhandelsbetriebe in Italien verschwunden. Diese Entwicklung ist teilweise auch in der Gastronomie festzustellen.
Und die Studie zeigt, dass auch im Bereich der Beherbergung ein Strukturwandel im Gang ist: Während traditionelle Hotels Marktanteile verlieren, verzeichnen Ferienwohnungen und Kurzzeitvermietungen starke Zuwächse.
Manfred Pinzger, Vizepräsident von Confcommercio und Federalberghi sowie ehemaliger HGV-Präsident, meint: „Die Zahlen auf staatlicher Ebene sind ein Warnsignal, das wir in Südtirol sehr ernst nehmen müssen. Noch sind unsere Innenstädte und Dörfer dank einer starken Mischung aus Gastronomie, Handel, Beherbergung und Handwerk vergleichsweise lebendig. Wenn wir aber nichts tun, bekommen wir früher oder später ähnliche Probleme wie viele andere Regionen.“
Auch HGV-Präsident Klaus Berger sagt: „Jede dauerhaft geschlossene Bar ist ein verlorener Treffpunkt, jedes zugesperrte Gasthaus ein Stück weniger Lebensqualität.“
In Südtirol braucht es laut HGV Rahmenbedingungen, die es Bars, Cafés, Restaurants und dem stationären Einzelhandel erlauben, trotz steigender Kosten, wachsender Bürokratie und des Online-Wettbewerbs zu investieren und Arbeitsplätze zu sichern. Dafür sei eine gemeinschaftliche Strategie von Land, Gemeinden und Wirtschaftsverbänden nötig, um Ortskerne zu stärken, Leerstände zu reduzieren und die Wirtschaft der Nähe gezielt zu fördern.
Bisherige Maßnahmen des Landes – etwa Förderungen für Nahversorger – oder die erweiterte Möglichkeit der Gemeinden, Betriebe von besonderem öffentlichem Interesse zu unterstützen, seien bereits wichtige Schritte. „Es braucht aber noch weitere, klar erkennbare Maßnahmen für eine aktive Leerstands- und Standortpolitik in Städten und Gemeinden“, meint Klaus Berger.
















