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Genossenschaft digital: auch in Südtirol möglich

Interview – Zwischen den Sphären von Bezos, Gates und Zuckerberg hat der New Yorker Professor Trebor Scholz eine Nische gefunden. Er plädiert in einer Welt der digitalen Megakonzerne für ein neues Denken – mit Fairness und Kooperation. Die SWZ hat mit ihm ein Videogespräch geführt.

Südtiroler Wirtschaftszeitung von Südtiroler Wirtschaftszeitung
4. September 2020
in Technologie
Lesezeit: 5 mins read
Der New Yorker Professor Trebor Scholz im Interview

New York/Bozen – Wenn wir an die Digital-Riesen Google,­ Facebook, Whatsapp und Youtube denken, denken wir nicht mehr an Unternehmen, die Kund*innen mit Waren und Dienstleistungen versorgen. Wir denken an Unternehmen, die eine digitale Fläche bieten, wo Nutzer in Form von Anbietern (Hosts) auf Nachfrager (User) treffen. Solche Plattformunternehmen nehmen eine reine Vermittlerposition ein, d.h. sie produzieren selbst nichts: Uber ist das weltweit größte Taxiunternehmen – besitzt aber keine Fahrzeuge. Airbnb ist der größte Anbieter von Unterkünften – besitzt aber selbst keine Immobilien. Die Immobilien und Fahrzeuge haben dagegen Hunderttausende von Privaten, die als Anbieter für Millionen von Kunden fungieren. Jeder neue aktive Nutzer, der auf eine Plattform aufsteigt, steigert zugleich den Wert des Netzwerks für alle anderen Nutzer. Das Modell hat sich in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die Socials bewährt. So sind zurzeit fünf der zehn weltweit größten Unternehmen nach Marktwert Plattformunternehmen.

Trebor Scholz ist Experte auf dem Gebiet der Plattform-Ökonomie. Der Autor und Universitätsprofessor predigt sanftere Modelle in dieser Branche und versucht nichts weniger, als eine Konterkultur zu den notorischen Krachmachern aus dem Silicon Valley zu etablieren. Er weiß: Die digitale Welt ist aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wo sie laut ihm aber noch lernen kann, ist in Sachen Demokratie, kooperatives Arbeiten und Arbeitnehmerwertschätzung. Kürzlich ging er auf „digitale Reise“ durch Südtirol und war im Gründer- und Innovationszentrum BASIS Vinschgau Venosta und bei der SWZ über einen Videoanruf zu Gast.

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SWZ: Die Covid-Krise hat viele Unternehmen gezwungen, quasi über Nacht ihre Methoden zu ändern. Plattformunternehmen waren dabei eine große Hilfe. Wird dieser Trend anhalten?

Trebor Scholz: Solche Unternehmen konnten während der Pandemie gut vermitteln. Ich denke, das Kapitel Covid wird so schnell nicht geschlossen sein, auch nicht mit einem Impfstoff in der Zukunft. Arbeitsmethoden und Wirtschaftsstrukturen werden nie wieder dieselben wie vorher sein. In diesem Sinne ja, der Trend wird anhalten. Aber es gibt auch Limits.

Wie können Unternehmen, die noch nichts mit diesen Plattformmodellen zu tun haben, sich an diese anpassen bzw. sogar davon profitieren?

Meine Arbeit befasst sich damit, wie Kooperativen in Form von Genossenschaften einen Mehrwert in der digitalen Wirtschaft schaffen können. Dort gibt es große Möglichkeiten, demokratische Führungen in die digitale Welt zu bringen, damit auch Mitarbeiter mitbestimmen können. Es gibt in diesen Zeiten unzählige Möglichkeiten, neue Technologien nutzbar zu machen. Die Shared Economy, die sich auf das Gemeinwohl konzentriert, kann auch enorm hilfreich sein. Wir haben es am Wandel der vergangenen Jahre gesehen. Google hat Hunderttausende Bücher digitalisiert. Es gibt mehr Möglichkeiten, ein Onlineunternehmer zu werden, als je zuvor. Dennoch gibt es trotz der vielen Bücher weniger Menschen, die die zwölfte Klasse in den USA mit einem ausreichenden Leselevel abschließen, und es gibt weniger junge Unternehmer in den Vereinigten Staaten als noch vor zehn Jahren.

Was können Sie daraus schließen?

Die Erkenntnisse zeigen, dass die ganze technologische Weiterentwicklung nicht wirklich zum Gemeinwohl beigetragen hat. Genossenschaften können dabei helfen – auch wenn sie die Herzen von jungen Leuten nicht höher schlagen lassen. Aber das Modell selbst hat in der digitalen Welt enorme Chancen, erfolgreich zu sein und ökonomische Gerechtigkeit und Fairness zu erreichen.

Es handelt sich zurzeit eher um ein großes Experiment, d.h. es ist nicht klar, wie sich das alles ausgestalten wird. Wir haben einige Plattform-Kooperativen mit Millionen von Nutzern, die Umsätze im achtstelligen Dollar-Bereich erzielen, und andere, die sehr klein sind und scheitern. Es verhält sich genau wie im Silicon Valley, wo zwischen 75 und 90 Prozent der Start-Up-Projekte scheitern, vor allem die durch Risikokapital finanzierten.

Wie könnte diese neue Form der Plattform-Kooperativen der Gesellschaft helfen?

Das System der Plattform-Kooperativen wurde u.a. vom italienischen Senat, von den Sozialdemokraten in Deutschland und der Labor Party im Vereinigten Königreich bereits gut aufgenommen. Es werden Überlegungen angestellt, wie Kooperativen neue Technologien nutzen können. In vielen Branchen gibt es extreme Konzentrationen von Marktmacht. Hier sprechen Ökonomen vom Winner-takes-all-Pinzip. Das kann sich als sehr ungesund ausgestalten.

Wie können kleinere Akteure dagegen ankämpfen?

Die Plattform-Kooperativen sind ein Weg, diese Marktstellungen zu durchbrechen, indem eine diversifizierte digitale Landschaft geschaffen wird. Das öffnet mehr Möglichkeiten, und es entstehen Jobs für Menschen, wodurch sich ein Gemeinschaftsmehrwert statt eines konzentrierten Vermögens in der Hand einiger Superreicher bildet. Denn dass solche Unternehmen über gewaltige Macht verfügen, ist unbestreitbar. Facebook diktiert die sozialen Medien. Sollte Google entscheiden, eine Gleichung in Mathe anders zu formulieren, sind davon gleich 100 Millionen Kinder auf Google Classroom betroffen. Das ist Macht, die eigentlich einem Ministerium zustehen sollte, und darum ist es enorm wichtig, solche Markthegemonien einzudämmen.

Sollten Staaten intervenieren, um die Macht solcher Megakonzerne zu beschränken?

Es ist der falsche Ansatz, Unternehmen wie Uber zu verbieten. Der Gesetzgeber kann sie aber etwas ausbremsen, damit mehr Platz für kleine Mitbewerber bleibt und diese zumindest eine Chance haben, in den Markt einzutreten. Sie können auch Incubators – Gründer- und Start-up-Zentren – errichten, wie es beispielsweise bereits in Brüssel, Berlin und Bozen getan wird. Vom Gesetzgeber können Kooperativen allerdings am besten durch seine Beschaffung unterstützt werden. Beispielsweise kann er seine Büros durch Putzkooperativen säubern lassen und allgemein seine Dienste auf solche Weise in Anspruch nehmen. Die öffentliche Hand kann es auch leichter machen, solche Kooperativen zu gründen, obwohl es in Italien ohnehin nicht schwer ist.

Wie könnten solche Modelle in Südtirol aussehen, das durch seine kleinen Betriebe mit viel Landwirtschaft und Tourismus geprägt ist?

Es gibt in beiden Branchen bereits viele Lösungsansätze. In Schweden wurde ein digitaler Bauernmarkt entwickelt, bei dem Nutzer auf einer App genau das bestellen, was sie möchten, und es dann beim Bauern oder im Dorf abholen. So wird der Zwischenhändler aus dem Spiel genommen und werden Kunden enger mit Bauern verbunden. Ein anderes Projekt ist die Lösung für ein ewiges Problem: wie Bauern in den Urlaub fahren können. Es wurde ein Netzwerk von Bauern geschaffen, die sich beim Urlaub eines Kollegen gegenseitig aushelfen und mit der Arbeit abwechseln.

Ein weiteres Beispiel findet sich in Indien: Dort haben die Bauern vor allem kleinere Landflächen, und es ist sehr ineffektiv, auf Bauernmärkte zu gehen. Eine Plattform-Kooperative fasst die Produkte aller Bauern zusammen und organisiert sie für den Verkauf auf dem Bauernmarkt.

Wie könnten diese Modelle im Tourismus aussehen?

Im Tourismus ist als besonderes Beispiel FairBnB zu nennen, eine Initiative aus Bologna, die mit Unterstützung durch den Staat versucht, eine weniger destruktive Alternative zu AirBnB zu bieten. Zwar hat sich der Gründungszeitpunkt als ungünstig erwiesen, doch gibt es bereits zahlreiche teilhabende Städte und Staaten und ebenso viele Interessenten, die teilhaben wollen.

Welche Anforderungen werden in Zukunft an diejenigen gestellt, die eine solche Kooperative betreiben?

Ich denke, ein Problem in vielen Orten ist, dass sich Menschen vielerorts nur in ihren kleinen sozialen Kreisen austauschen. Die Herausforderung wird es sein, sich in die andere Person hineinzuversetzen und als Gruppe zu agieren. Wenn die Zeiten hart sind, gibt es immer eine erhöhte Nachfrage an Genossenschaften. Diese wirtschaftliche Krise wird, denke ich, noch schlimmer werden, und deren Folgen werden erst in ein bis zwei Jahren eintreten. Man sieht es in New York, wo große Ketten die Stadt verlassen und kleine Geschäfte schließen müssen, da sie ihre Kunden an Amazon verlieren. Doch bin ich fest davon überzeugt, dass Plattform-Kooperativen eine zukunftsweisende Organisationsform sind.

Laurin J. Kompatscher

Der Autor ist IWW-Student in Innsbruck und absolviert derzeit ein Praktikum bei der SWZ

Schlagwörter: 34-20free

Info

Der Digital-genosse

Trebor Scholz ist außerordentlicher Professor für Kultur und Medien an der New School in New York City. Er sieht sich als wissenschaftlicher Aktivist. In seiner Tätigkeit beschäftigt er sich mit den Herausforderungen, die die digitale Arbeit mit sich bringt. Sein kommendes Buch wird von den Perspektiven und Herausforderungen der kooperativen Online-Ökonomie handeln. Regelmäßig hält Scholz Vorträge über die Zukunft der Arbeit, der Solidarität und des Internets. Unlängst war der Professor online bei einem Workshop zum Neudenken von Kooperationen im Gründer- und Innovationszentrum BASIS Vinschgau Venosta zugeschaltet. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Center for Advanced Studies von Eurac Research statt.

Ausgabe 34-20, Seite 15

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