Innsbruck/Bozen – Das GreenTech-Start-up Serwas will mit der Abwärme von Servern Schwimmbäder, Hotels und Gebäude beheizen und gleichzeitig Rechenleistung verkaufen. Jetzt hat Serwas, das von den Österreichern Timo Berkmann, Lucas Bolte und dem Südtiroler Manuel Untergasser gegründet wurde, einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.
Das Start-up hat das erste Closing seiner Pre-Seed-Finanzierungsrunde über knapp 300.000 Euro erfolgreich abgeschlossen. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Gateway Ventures, einer österreichischen Venture-Capital- und Investment-Plattform, als Lead-Investor. Beteiligt sind zudem Business Angels aus dem Pioneers Club sowie das MCI Innsbruck. Beim Second Closing im Oktober soll die Runde gezielt um weitere Investoren erweitert und zusätzliches Kapital für den weiteren Ausbau aufgenommen werden.
Das Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell von Serwas Technologies funktioniert so: Serwas platziert einen Server in einem Gebäude, das das ganze Jahr über Bedarf an Heizenergie oder Warmwasser hat – etwa Schwimmbäder, Hotels, größere Gebäudekomplexe oder Fernheizwerke. Manuel Untergasser erklärt in einem früheren Interview mit der SWZ: „Die Gebäudeinhaber geben uns ein paar Quadratmeter Platz, wir installieren den Server mit unserem Heizsystem und tragen die Investitionskosten. Die Wärme verkaufen wir günstig an die Betriebe, die Rechenleistung an externe Abnehmer.“
Damit hat das Start-up zwei Einnahmequellen: die verkaufte Wärme einerseits – auf der Website verspricht das Start-up Hallenbädern mehrere 10.000 Euro Ersparnis pro Jahr – und die verkaufte Rechenleistung andererseits. Gleichzeitig spart das Start-up Energie, die ansonsten zum Kühlen der Rechenzentren verwendet wird.
Investoren sind überzeugt
Für Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures, eine vielversprechende Idee: „Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung. Besonders überzeugt uns der dezentrale Ansatz, weil neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird. Wir sehen großes Potenzial in diesem Modell und freuen uns, Serwas als Lead-Investor beim weiteren Wachstum zu begleiten.“
Insbesondere durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz wachse der Bedarf an Rechenleistung stark, so Serwas. Gleichzeitig werde der Ausbau klassischer Rechenzentren durch hohe Anforderungen an Stromanschlüsse, begrenzte Netzkapazitäten und lange Planungszeiten zunehmend erschwert.
„Mit dem neuen Kapital wollen wir unseren ersten Standort weiter ausbauen und das Konzept auf weitere Gebäude übertragen“, sagt Timo Berkmann, Co-Founder von Serwas Technologies.


















