Bozen – Bald dürfte in Südtirol ein Milchkoloss entstehen: Die beiden größten Sennereien des Landes, Mila-Bergmilch und der Milchhof Brixen (Brimi), stehen vor einer Fusion.
Die SWZ hatte im vergangenen Spätsommer zuerst über den Milch-Flirt zwischen Mila und Brimi berichtet. Wenige Monate vorher gaben die beiden Milchhöfe eine Studie in Auftrag, die aufzeigen sollte, ob eine verstärkte Zusammenarbeit oder gar eine Fusion sinnvoll wäre.
Im November wurde die Studie abgeschlossen. „Die Berater empfehlen eine Fusion. Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen“, erklärt Bergmilch-Geschäftsführer Matthias Baumgartner. Unter anderem könne man Kosten sparen und von einem stärkeren Gewicht am Markt profitieren.
Die Verwaltungsräte der beiden Milchhöfe befassten sich in mehreren Sitzungen intensiv mit den Studienergebnissen und entschieden letztendlich, effektiv den Weg eines Zusammenschlusses einzuschlagen.
Der nächste Schritt ist nun die Einbeziehung der Mitglieder, denn letztendlich sind sie es, die das letzte Wort haben. Ende Jänner finden sowohl bei Bergmilch als auch bei Brimi Informationsveranstaltungen statt. Im April oder Mai soll dann auf Vollversammlungen abgestimmt werden.
Drei Viertel der Südtiroler Milch
Im Falle einer Fusion würde eine Genossenschaft entstehen, die drei Viertel der in Südtirol produzierten Milch verarbeitet. Bergmilch hat rund 2.100 Mitglieder, knapp 500 Mitarbeitende und schrieb 2024 einen Umsatz von 308 Millionen Euro. Bei Brimi sind es knapp 1.000 Mitglieder und rund 220 Mitarbeitende bei einem Umsatz von 130,5 Millionen Euro.
Details wie der Name und der Hauptsitz der möglichen neuen Genossenschaft sind laut Brimi-Geschäftsführer Martin Mair noch völlig offen. Klar sei hingegen, dass die bewährten Produktmarken erhalten bleiben würden. „Wir können definitiv ausschließen, dass die Marken Mila und Brimi verschwinden werden“, so Mair. Nicht ausgeschlossen werde im Falle einer Fusion hingegen die Einführung einer Übermarke.















