Bozen – „Es ist ein historischer Moment“, sagte Joachim Reinalter, Obmann von Bergmilch Südtirol (Mila), am Freitag auf einer Pressekonferenz im Mila-Verwaltungsgebäude in Bozen. Kurz zuvor fand dort die Vollversammlung des Milchhofes statt, bei der über 90 Prozent der Mitglieder für eine Fusion mit dem Milchhof Brixen (Brimi) stimmten.
Nachdem die Brimi-Mitglieder bereits vergangene Woche grünes Licht gaben – ebenfalls mit über 90 Prozent Zustimmung –, ist damit die Fusion der beiden größten Milchhöfe des Landes besiegelt.
„Wir gewinnen einen Partner, der zu uns passt. Es handelt sich um keine Übernahme, sondern um einen Zusammenschluss auf Augenhöhe“, stellte Reinalter klar. Durch die Fusion bündle man die Kräfte – in der Logistik, im Einkauf und in der Verwaltung. Und im Verkauf stärke man das Verhandlungsgewicht gegenüber den Handelsketten.
„Damit ist eine höhere Wertschöpfung möglich und damit ein höherer Auszahlungspreis für unsere Mitglieder“, sagte Bergmilch-Geschäftsführer Matthias Baumgartner auf der Pressekonferenz.
Unter den 15 größten Unternehmen
Bergmilch Südtirol schrieb 2025 einen Umsatz von 331 Millionen Euro, Brimi von 148 Millionen. Damit entsteht ein Koloss mit einem Jahresumsatz von knapp 500 Millionen Euro. Damit wird der „Milchhof Südtirol“, wie er künftig heißen wird, zu den 15 größten Unternehmen Südtirols gehören.
Mit insgesamt 3.100 Mitgliedern (2.100 seitens Mila und 1.000 seitens Brimi) wird die neue Sennerei rund drei Viertel der gesamten Südtiroler Milchmenge verarbeiten. „Unsere Kernprodukte sind dabei keine Konkurrenzprodukte“, erklärte Brimi-Geschäftsführer Martin Mair. Mila konzentriere sich vor allem auf Joghurt, Käse, Mascarpone und Frischmilch – Brimi auf Mozzarella, Ricotta und Butter.
Wie geht es weiter?
In den nächsten Monaten stehen die weiteren Vorbereitungen an. Der Milchhof Südtirol soll dann Ende 2026 effektiv gegründet werden. Anfang 2027 ist die Neuwahl des Verwaltungsrates vorgesehen. Dabei soll es nur einen Obmann geben. Die Geschäftsführung soll zwischen Matthias Baumgartner und Martin Mair mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen geteilt werden.
Stellenabbau, so betonte Baumgartner, werde es keinen geben. Die derzeitigen insgesamt 750 Mitarbeitenden werde man alle brauchen. Auch die Standorte Bozen, Brixen und Bruneck würden unverändert bestehen bleiben.
Wie Martin Mair erklärte, werde gerade eine neue gemeinsame Marke entwickelt. Die Produktmarken Mila und Brimi sollen zwar bestehen bleiben – „zumindest in den nächsten Jahren“ –, aber in eine neue Absendermarke integriert werden.

















