Bozen – Zwar gehören die Freiheitlichen der Regierungskoalition in Südtirol an, sie melden sich aber immer wieder kritisch zu Wort. Jetzt wettert der Parteisekretär Dietmar Zwerger gegen die Energie- und Klimapolitik. Diese sei nicht ehrlich und bürgernah.
Zwerger nimmt sich in einer Presseaussendung kein Blatt vor den Mund: „Wertlose, aber sündteure Klimapläne lösen keine Probleme. Sie belasten die Bürger, ignorieren die Realität und setzen auf Ziele, die technisch und finanziell nicht erreichbar sind. Zudem müssen wir endlich den Strompreis bürgertauglich machen, anstatt unsere Bürger mit Klimazielen zu schikanieren.“
Südtirol, so Zwerger, produziere zwar mehr als doppelt so viel Strom, wie im Land selbst verbraucht wird, doch seien die Strompreise für Haushaltskunden in Italien und damit auch in Südtirol europaweit die höchsten. „Die Autonomie muss endlich genutzt werden, um die Südtiroler Familien zu entlasten. Daneben entsteht auch ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsnachteil für unsere Betriebe und macht Südtirol als Wirtschaftsstandort weiter unattraktiv“, meint Zwerger.
„Widerspricht jeder Vernunft“
Beim Thema Heizen würden Theorie und Realität weit auseinanderliegen. Die Freiheitlichen halten die Ziele im Klimaplan 2040 für nicht umsetzbar. Dietmar Zwerger: „Viele Südtiroler Familien haben in den vergangenen Jahren neue Heizungsanlagen auf fossiler Basis eingebaut und wurden dabei sogar noch vom Staat gefördert. Jetzt auf Wärmepumpen umzurüsten, ist finanziell unzumutbar und widerspricht jeder Vernunft.“
Hinzu komme, dass Wärmepumpen in historischen Ortskernen vielfach aus baulichen und denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht installierbar seien. „Ein Klimaplan, der diese Realität ausblendet, ist wertlos – aber für die Steuerzahler sündteuer“, wettert Zwerger.
Beim Thema Verkehr weise die Verlagerung hin zum öffentlichen Nahverkehr besonders in kleineren Gemeinden und peripheren Talschaften erhebliche Lücken auf. Wer keine regelmäßige Bus- oder Zugverbindung hat, könne nicht auf das private Fahrzeug verzichten.
„Brandbeschleuniger für Biomasseheizungen“
„Südtirols Klimapolitik“, kommt Dietmar Zwerger zum Schluss, „wurde aus idealistischen Gründen im Sinne des Zeitgeistes aus realitätsfremden, aber sündteuren Klimaplänen, abgehobenen Klimazielen und fern jeder Vernunft, geschweige denn Bürgernähe, zusammengeschustert.“
Die Bürger hätten nichts davon, auch nicht das Klima, meinen die Freiheitlichen. Denn die Ziele könnten nur auf dem Papier erzielt werden. „Die Klimapläne könnte man höchstens als Brandbeschleuniger für Biomasseheizungen verwenden. Davon hätten das Klima und die Bürger effektiv etwas“, provoziert Generalsekretär Dietmar Zwerger.
Beim Regierungspartner SVP und insbesondere bei Landeshauptmann Arno Kompatscher dürften diese Aussagen wenig Anklang finden.

















