Obereggen/Bozen – Die Berghütte Oberholz in Obereggen, die wiederholt mit Architekturpreisen bedacht worden ist, war Schauplatz der ersten Veranstaltung des Jahres 2026 im Rahmen des SWZ-Clubs. Zur Erinnerung: Die Events des SWZ-Clubs stehen exklusiv (und kostenlos) den SWZ-Jahresabonnentinnen und -Jahresabonnenten offen.
Das ist Markus Steidl
Zu Gast auf 2.096 Metern Meereshöhe war Markus Steidl. Der gebürtige Pusterer – er stammt aus Ehrenburg – ist seit 2004 für BMW tätig und hat schon verschiedene Führungspositionen durchlaufen. Seit vergangenem Sommer leitet er eines der größten Entwicklungszentren der BMW Group, und zwar jenes in Steyr. Dort arbeiten rund 700 Beschäftigte an den Antriebstechnologien der Zukunft. Das Interessante daran: BMW setzt auf die viel zitierte Technologieoffenheit. Es arbeitet an Elektroantrieben genauso wie an hocheffizienten Verbrennern – und es glaubt zudem an die Zukunft der Wasserstofftechnologie.
BMW setzt auf die viel zitierte Technologieoffenheit. Es arbeitet an Elektroantrieben genauso wie an hocheffizienten Verbrennern – und es glaubt zudem an die Zukunft der Wasserstofftechnologie.
Nach der Begrüßung durch SWZ-Verlagspräsident Franz Staffler führte Chefredakteur Christian Pfeifer mit Markus Steidl ein Bühnengespräch über Führungsqualitäten, über gelingende Innovation, über den oft beklagten Braindrain aus Südtirol – und natürlich über die Zukunft der Mobilität. Von einer ideologisch geprägten Glorifizierung der Elektromobilität hält Markus Steidl wenig. Ob die Elektromobilität nachhaltig sei, ließe sich nur ganzheitlich bewerten und hänge zum Beispiel auch davon ab, woher der Strom stamme. Entscheidend sei nicht allein das Fahrzeug im Betrieb, sondern der gesamte Lebenszyklus – von der Energieerzeugung über die Lieferkette bis zur Produktion und dem Recycling. Genau deswegen habe auch die Wasserstofftechnologie ihre Berechtigung, weil sie die Speicherung von Energie ermögliche. Letztendlich sollten die Autofahrer:innen entscheiden dürfen, welche Technologie – Elektro, Verbrenner, Wasserstoff – für ihre persönlichen Bedürfnisse am besten funktioniere. Was jedenfalls zügig ausgebaut werden müsse, sei die Ladeinfrastruktur, vor allem für schnelles Laden.
SWZ-Apéro am 21. Mai im Museion
Auf die Frage, was aus seiner Sicht eine gute Führungskraft ausmacht, nannte Markus Steidl mehrere Eigenschaften. Unter anderem gehören aus seiner Sicht eine ausgeprägte Selbstreflexion und Klarheit in der Kommunikation dazu. Viel wichtiger als früher sei es mittlerweile auch, dass Führungskräfte den Sinn des gemeinsamen Tuns glaubhaft vermitteln können.
Südtirols Unternehmen müssen zeigen, was sie können, rät Markus Steidl, zum Beispiel auch direkt an den Universitäten.
Und was ist mit dem viel zitierten Braindrain? Muss sich Südtirol damit abfinden, keine Chance zu haben? Südtirols Unternehmen müssen zeigen, was sie können, rät Markus Steidl, zum Beispiel auch direkt an den Universitäten. Südtirol habe viele interessante Unternehmen und Jobs zu bieten, aber wer nicht sichtbar sei, komme nicht vor. Einst versuchte Steidl übrigens als Vorsitzender der Studentenvereinigung Isas in München, Kontakte zwischen heimischen Unternehmen und Talenten zu knüpfen. Immer noch ist ihm Südtirol ein Anliegen.
Das SWZ-Kamingespräch war restlos ausgebucht. Für die Bewirtung sorgte das Oberholz-Team. Der nächste SWZ-Clubtermin ist der SWZ-Apéro am 21. Mai im Museion in Bozen. Die Anmeldungen öffnen demnächst.
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Dieser Artikel erscheint in der gedruckten SWZ mit folgendem Titel: Führen und Fahren
Alle Fotos: LIVE-STYLE Agency














































































































