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Erst kassieren, dann reparieren

Die Diskussion über eine Einschränkung des Glücksspiels reißt nicht ab. Einerseits: Die Einschränkung der Freiheit nervt mich. Anderseits: Das Land kassiert zuerst und zahlt dann die Therapie.

Robert Weißensteiner von Robert Weißensteiner
13. Juli 2012
in Gesellschaft
Lesezeit: 3 mins read

Seit langer Zeit sorgen Spielhallen und Spielautomaten für immer neue Schlagzeilen. „Südtiroler spielen um 1.300 Euro pro Kopf“ wurde berichtet und angemerkt, dass italienweit 70 bis 80 Milliarden verzockt werden, in den wenigen Spielcasinos, die es hierzulande gibt (aber manche fahren nach Innsbruck oder Seefeld), ständig bei „Totocalcio“ und „Superenalotto“, vereinzelt bei (illegalen) Sportwetten, gerne und oft beim Kauf von Losen des Typs „gratta e vinci“, sehr häufig und intensiv an den Spielautomaten in den vielen Spielhallen und in Gastlokalen. Da gehen sie um, die immer zahlreicher werdenden Menschen, die zuerst Münze für Münze, dann Schein für Schein in die Maschinen werfen, die früher „einarmige Banditen“ genannt wurden. Der Name sagt eigentlich alles: Gegen diese Abzocker haben Spieler keine Chance, denn die Glücksstunden, in denen es gelingt, ihnen mehr Milch abzuzapfen, als sie an Futter verlangen, sind rar. Wir alle sollten wissen: die Automaten sind so programmiert, dass sie – so wurde mir erzählt – unterm Strich nur 74 Prozent des Einsatzes als Gewinn ausschütten (müssen). 26 Prozent teilen sich der Staat bzw. das Land (Steuern), der Eigentümer der Automaten und der Wirt bzw. Spielhallenbetreiber. Mit anderen Worten: dass die Spieler verlieren, ist so sicher wie das Amen im Gebet. Vier Milliarden, so stand in der Zeitung, schöpft allein der Staat ab. Trotzdem wird immer öfter gespielt, was den Glauben daran erschüttert, dass Menschen vernunftbegabte Wesen sind.

Ich bin ein liberal denkender Mensch, einer, der mit großer Überzeugung von Eigenverantwortung spricht, der sagt, dass jeder (oder fast jeder) seines Glückes und Unglückes Schmied ist. Wenn die Leute nichts Besseres zu tun haben, als stundenlang vor Slotmaschinen zu sitzen und ihnen ihr Geld in den Rachen zu schmeißen, dann sollen sie es doch tun! Jene, die sich zu Tode saufen, zu Tode fressen und zu Tode liegen, dürfen es doch auch. Wollen wir immer neue Verbote, die in der guten Absicht erlassen werden, Menschen vor Unglück zu schützen, die aber letztendlich dazu führen, dass unser Leben genormt ist von der Wiege bis zu Bahre? Bekommen wir eines Tage einen Schrittzähler implantiert, um unsere Bewegungstherapie zu überwachen? Wird uns die Freiheit zur Sünde genommen?

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Der Südtiroler Landtag hat sich schon ausführlich mit dem Thema befasst, es gab eine Anhörung mit Rechtsexperten, Betreibern von Spielsälen, Herstellern von Spielautomaten und Fachleuten in der Bekämpfung der Spielsucht. Die Helmut Zingerle vom Therapiezentrum Bad Bachgart, Bettina Meraner vom Dienst für Abhängigkeitserkrankungen des Sanitätsbetriebs und Christa Ladurner vom Forum Prävention waren sich einig und identifizierten in ihren Stellungnahmen die Verfügbarkeit von Spielautomaten als Grundproblem. Kein Angebot, keine Nachfrage, lautete die Losung. Allerdings ist das Zuschlagen mit der Verbotskeule nicht nur wenig sympathisch, sondern auf Landesebene rechtlich auch schwach abgesichert. So wurde etwas Scheinkosmetik betrieben, indem 2010 per Landesgesetz eine Verbotszone von 300 Metern rund um Schulen und dergleichen gezogen wurde, was aber eine schwache Waffe ist. Und im Landtag liegt ein Gesetzentwurf auf, der ein Werbeverbot für Spielhallen beinhaltet.

Ich bin ein überzeugter Gegner einer Verbotsgesellschaft, in der uns ein dichtes Regelwerk als Vormund zur Seite steht. Aus diesem Grund kann ich den meis- ten Bürgerinitiativen, deren Ziel Verbote sind, wenig abgewinnen. Aber zuweilen zweifle ich an meinen eigenen Überzeugungen. Die Berichte über Spielsucht und die Schicksale von Spielsüchtigen und deren Angehörigen sind erschütternd. Und so frage ich mich: Soll oder darf man Menschen vor ihrer eigenen Naivität oder gar Dummheit schützen – oder muss man es sogar tun (so wie es viele als Pflicht ansehen, den Drogenkonsum zu bekämpfen)?

Als Journalist, der sich vorrangig mit Fragen der Wirtschaft beschäftigt, interessieren mich neben den menschlichen Tragödien, die sich da auftun können, auch die Kostenfrage und die Frage nach der volkswirtschaftlichen Wirkung des Spielbetriebs. Auf den ersten Blick sind Spielautomaten Unterhaltung für die Nutzer und Einnahmen für Anbieter und die öffentliche Hand. Nur: diese kassiert zuerst und repariert dann. In einem Zeitraum von drei Jahren sind in Bad Bachgart 130 Patienten wegen Spielsucht ambulant behandelt und 60 Patienten stationär aufgenommen worden. Andere werden von anderen Stellen behandelt, viele Fälle bleiben untherapiert. Die Kosten der direkten Behandlung werden auf 18.000 Euro pro Person geschätzt, dazu kommen indirekte Kosten (Abnahme der Produktivität, Absenz vom Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit) von 20.000 Euro. Die Freiheit, die ich so hoch schätze, kostet uns aufgrund des Missbrauchs am Ende mehr, als uns die Dummheit, die ich hasse, an Steuern beschert.

Wollen wir eine Freiheit, die eine Sucht mit bösen Folgen für die Betroffenen verursachen kann – und welche der Gesellschaft obendrein hohe Reparaturkosten aufbürdet? Ich habe da so allmählich meine Zweifel.

Schlagwörter: 28-12freenomedia

Ausgabe 28-12, Seite 7

Robert Weißensteiner

Robert Weißensteiner

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