Die SVP wird bei internen Vorwahlen am 21. April ermitteln, wer bei der Landtagswahl im Herbst ihr Spitzen- und damit Landeshauptmannkandidat sein wird. Zur Wahl stehen vorläufig Obmann Richard Theiner, der demnächst 55 wird und seit 15 Jahren in der Landespolitik ist, sowie der 13 Jahre jüngere Arno Kompatscher, Bürgermeister von Völs und Präsident des Gemeindenverbandes, kurz: der erfahrene und anerkannte Parteiführer und der erfrischende kommunale Newcomer. Da drängt sich ein Vergleich auf: Pier Luigi Bersani gegen Matteo Renzi bei der Basiswahl des PD im Herbst letzten Jahres.
Dieser Hinweis lässt einen ersten Schluss zu: Richard Theiner scheint der Favorit zu sein. Er ist von den Delegierten seiner Partei mit großer Mehrheit als Obmann bestätigt worden, er hat politische Erfahrung, ohne zur alten Garde zu gehören, er hat mit seiner Taktik bei den jüngsten Parlamentswahlen eine katastrophale Niederlage der SVP abgewendet, er steht für Berechenbarkeit und Bescheidenheit, aber durchaus auch für einen neuen Stil. Sein einziger Makel ist sein Stallgeruch als Vertreter des Arbeitnehmerflügels. Aber hat nicht auch „der Bauer“ Luis Durnwalder seine Gruppe zwar immer gut bedient, war ansonsten jedoch glaubwürdig ein Landeshauptmann für alle? Allgemein wird erwartet, dass die SVP-Mitglieder ihrem Obmann den Vorzug geben werden.
Arno Kompatscher verkörpert in Unbekümmertheit und Ausstrahlung das Neue, aber eben auch das Unbekannte. Er ist vielleicht, aber durchaus nicht sicher, der Köder (Kandidat), der dem Fisch (Wähler) am besten schmecken würde, aber der Fischer (die SVP) könnte im Zweifel einen Wurm einsetzen, dessen Wirkung bekannt ist.
Es hängt nun alles davon ab, was die SVP-Mitglieder wollen: den vorsichtigen Reformer Theiner, dem vielleicht das Charisma des Machers abgeht, der aber seine Ziele recht hartnäckig zu verfolgen scheint, oder den entschiedenen Neuerer, richtungsfreien aber nicht orientierungslosen Kompatscher, der klar sagt, dass sich in Südtirol manche Dinge ändern müssen, wenn das Land wettbewerbsfähig bleiben will, und dass nicht mehr alles finanzierbar ist. Leben kann Südtirol wohl mit beiden: mit wem besser, das ist die Frage.
















