Irland, Ende der 1980er-Jahre. Ein Junge kommt zur Welt. Doch wie soll er heißen? Soll es nach dem Vater gehen, wird er Gordon heißen, so will es die Tradition in seiner Familie, die seit Generationen von selbstherrlichen Männern beherrscht wird. Soll es nach der Mutter gehen, wird er den Namen Julian bekommen, weil sie damit nur gute Eigenschaften verbindet. Und die Schwester wünscht sich den Namen Bear, weil das wie jemand klingt, den man in die Arme schließen will, und wie jemand, der einen in die Arme schließt.
In ihrem Debütroman „Die Namen“ wagt Florence Knapp ein Gedankenexperiment: Jeder der drei Namen – Gordon, Julian, Bear – bekommt eine eigene Geschichte und der Junge drei Versionen eines Lebens. Um ihn herum bleiben die Menschen gleich. Die Mutter, die alles für die eigenen Kinder zu geben bereit ist, der Vater, der in der Öffentlichkeit ein beliebter Arzt ist, zu Hause aber zu einem gewalttätigen Mann wird, die Schwester, die auf der Suche nach sich selbst ist.
Ein spannendes Gedankenexperiment, mit dramatischen, überraschenden und schönen Wendungen, teils aber auch heftigen Szenen, insbesondere aufgrund der Brutalität, mit der der Vater charakterisiert wird.
Florence Knapp
Die Namen
Eichborn, 2026
352 Seiten, ca. 25 Euro
ISBN 978-3-8479-0229-4


















