Bozen – Die Unternehmer:innen und Unternehmer des Südtiroler Einzelhandels revidieren ihre Rentabilitätsprognosen für das laufende Jahr nach unten. Das geht aus dem aktuellen Wirtschaftsbarometer des Wirtschaftsforschungsinstitutes Wifo hervor. Demnach ist ein deutlicher Rückgang des Geschäftsklimas zu verzeichnen.
18 Prozent der Unternehmen im Einzelhandel erwarten heuer ein unbefriedigendes Betriebsergebnis. Sie beklagen einen Rückgang des Umsatzes mit Touristinnen und Touristen sowie eine allgemeine Verschlechterung der Rahmenbedingungen.
Probleme bei Möbeln und Haushaltswaren
Auf Ebene der einzelnen Branchen sind die größten Schwierigkeiten im Bereich Möbel und Haushaltswaren sowie im Wanderhandel zu verzeichnen, wo ein Viertel der Unternehmen eine unbefriedigende Rentabilität beklagt. Am optimistischsten sind hingegen die Betreiber von Apotheken und Drogerien (siehe Grafik).
Philipp Moser, Präsident des Handelsverbandes hds, sagt: „Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt – im benachbarten Ausland zeigt sich eine deutliche Eintrübung, die auch Südtirol und die Kaufkraft der Gäste erreicht. Der Einzelhandel kämpft zusätzlich mit unlauterer Online-Konkurrenz. Stationäre Geschäfte sichern Lebensqualität und beleben unsere Ortskerne. Deshalb braucht es gezielte Unterstützung durch Politik und Gemeinden, um kleine Betriebe zu fördern.“
Laut Elena Messina Bonaldi, Präsidentin von Confesercenti Südtirol, wirke sich der Rückgang der Touristen aus dem deutschsprachigen Raum aus: „Sie sind normalerweise sehr gute Kunden für unsere Geschäfte. Derzeit kaufen die ,neuen Touristen‘ andere Waren als die traditionellen Bekleidungs- und Schuhartikel.“
So läuft’s im Großhandel
Das Wifo hat auch das Stimmungsbild im Großhandel erhoben. Dieses bleibt positiv: 89 Prozent der Unternehmen geben an, mit der Ertragslage im Jahr 2025 zufrieden zu sein.
Allerdings gibt es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen: Im Maschinengroßhandel und in der Einrichtungssparte rechnen die Unternehmen fast immer mit einem zumindest befriedigenden und oft guten Geschäftsergebnis. Auch in den Bereichen der Lebensmittel, der Bekleidung und der Baustoffe sind die Einschätzungen überwiegend positiv.
Im Gegensatz dazu beklagen ein Fünftel der Handelsvermittler und ein Viertel der Großhändler für Haushaltsgeräte und Elektronik eine unbefriedigende Rentabilität.















