Die Generation Y – das Y steht für das englische „why“, weil diese Generation alles Selbstverständliche hinterfragt – wird in wenigen Jahren mehr als drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung ausmachen. Diese Generation kommt jetzt am Arbeitsmarkt an, mit neuen Ideen und Vorstellungen. Die Arbeitgeber werden hier mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denen sie sich stellen müssen. Was verlangt die neue Generation von den Arbeitgebern?
Die Digital Natives (= englisch: digitale Ureinwohner), wie die Generation Y auch genannt wird, sind mit der Globalisierung und der allseits präsenten Digitalisierung aufgewachsen. Normal ist für sie die fast uneingeschränkte weltweite Mobilität, neue Technik und das Internet. Sie wissen all dies zu ihrem Vorteil zu nutzen. Beispielsweise suchen sie Jobs in sozialen Netzwerken wie Facebook oder nutzen das Internet, um neue Berufe zu entwickeln, zum Beispiel die sogenannten „Youtuber“. Sie haben die Umbrüche und Krisen des neuen Jahrtausends mitbekommen, was Verunsicherung in ihnen auslöste. Dies schmälert zwar nicht den Optimismus der Generation Y in Sachen künftige Wirtschaftsentwicklung, aber sie ist es gewohnt, mit Ungewissheiten in der Lebensplanung zurechtzukommen, sich neuen Umgebungen anzupassen und sich möglichst viele Optionen offenzuhalten – sowohl privat als auch beruflich. Generation Y ist dadurch die internationalste, örtlich flexibelste und vielsprachigste Generation, die jemals die Arbeitswelt betreten hat.
Für die Millennials ist Arbeit wichtig. Allerdings hat Arbeit nicht die höchste Priorität, denn sie soll im Einklang mit dem Privatleben sein. Die Millennials wollen private Angelegenheiten auch während der Arbeitszeit regeln dürfen, gleichzeitig sind sie auch bereit, bei Bedarf in der Freizeit zu arbeiten. Millennials bestehen nicht auf einer strikten Trennung von Arbeit und Privatleben. Die Gründung einer Familie steht hoch im Kurs bei der Generation Y, und deshalb werden familienfreundliche Unternehmen mehr denn je einen Wettbewerbsvorsprung im Kampf um Talente haben. Wenn die Babyboomer in Rente gehen, gehen uns die Fachkräfte aus, deshalb ist es für die Firmen entscheidend, die wenigen Fachkräfte gewinnen bzw. halten zu können.
Um das Private mit dem Beruflichen besser vereinen zu können, benötigt die neue Generation flexible Arbeitszeiten. Generell strebt diese Generation nach Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit. Die Millennials wünschen sich – um freier zu sein – vermehrt Teilzeitarbeit, Homeoffice, Gleitzeit und Sabbaticals. Die Freiheit bei der Arbeitszeiteinteilung motiviert die jungen Arbeitnehmer und entlockt ihnen bessere Leistungen als strenge Präsenzpflicht. Die Arbeitsleistung muss mehr denn je am Endprodukt bemessen werden und nicht an der Anzahl der Arbeitsstunden und an der Präsenz am Arbeitsplatz. Freilich ist die Organisation eine große Herausforderung für die Unternehmen.
Geld und Prestige sind für die Digital Natives sehr wohl wichtige Motivatoren, aber nicht die wichtigsten. Wichtiger sind Selbstbestimmung, Arbeitsplatzsicherheit und soziale Kontakte. Die Herausforderung für die Unternehmen besteht darin, die Leistung der Arbeitnehmer angemessen und unmittelbar zu belohnen. Doch der wichtigste Motivationsfaktor ist der Spaß an der Arbeit. Der Beruf sollte verantwortungsvoll sein und vielfältige Anforderungen beinhalten. Zudem will sich diese Generation weiterentwickeln können. Im Hinblick auf den angesprochenen Fachkräftemangel ist es für die Unternehmen von äußerster Wichtigkeit, die Talente der jungen Arbeitnehmer zu fördern, damit sie sich entfalten können.
Die Mehrheit der Generation Y erachtet das Betriebsklima bei der Wahl des Arbeitgebers als wichtiges Kriterium. Sie schätzt eine Arbeitsumgebung, die Teamwork und Gemeinschaft fördert sowie jedem einzelnen Respekt und Vertrauen entgegenbringt. Teamwork ist der entscheidende Faktor, denn die Millennials erledigen die Arbeit gern im Team, und dies ist gut, so geht die Arbeit schneller, und die Fähigkeit des Vernetzens kommt bei Projekt- und Teamarbeit nicht nur online, sondern auch offline voll zum Tragen. Dies sollten die Unternehmen nutzen, denn gute soziale Beziehungen bei der Arbeit haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Arbeitsmotivation und -leistung.
Unterscheidet sich die Generation Y nun wirklich in ihren Berufs- und Karrierevorstellungen von früheren Generationen? Diese Frage lässt sich ganz klar mit ja beantworten. Wer in naher Zukunft ein Unternehmen erfolgreich führen will, muss auf die Wünsche dieser Generation eingehen. Die Arbeitgeber müssen die neu entwickelten Fähigkeiten, wie z. B das Multi Tasking, nutzen, um erfolgreich zu sein.
Manchmal wird die Frage aufgeworfen, ob es der Generation Y schwer fallen wird, einen erfüllenden Beruf zu finden. Ich sehe hier kein Problem. Wir werden uns unsere Kreativität und unsere guten Technikkenntnisse zunutze machen und uns etwas einfallen lassen. Nicht umsonst sind wir die digitalen Ureinwohner.
Info
Der Autor: Hannes Spitaler hat im abgelaufenen Schuljahr die vierte Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Bozen besucht und in der ersten Junihälfte ein zweiwöchiges Praktikum in der SWZ absolviert.

















