Brixen/Paris – Eröffnet wurde La Samaritaine in Paris einst in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts und ist seitdem als Warenhaus mit einem gehobenen Sortiment bekannt. Unlängst wurden an der Liegenschaft wieder einmal umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt; mit den Sanierungs‐ und Neubauplanungen wurde das Pritzker‐Preis‐ausgezeichnete Architekturbüro SANAA beauftragt. Gemeinsam mit dem Pariser Architekturbüro SRA hauchte das japanische Architekten‐Duo von SANAA dem monumentalen Gebäude neues Leben ein.
Gläserne Gebäudehüllen spielten eine Schlüsselrolle beim neuen La Samaritaine. Mit der Umsetzung der entsprechenden Arbeiten wurde der Fassadenbauer Frener & Reifer beauftragt.
Gläserne Gebäudehüllen spielten dabei eine Schlüsselrolle. Mit der Umsetzung der entsprechenden Arbeiten wurde der Fassadenbauer Frener & Reifer beauftragt. Das Brixner Unternehmen plante, fertigte und montierte die eindrucksvolle Wellenglasfassade des Neubaus sowie zwei zeitgenössische Glasdächer, Innenhoffassaden und eine gläserne Verbindungsbrücke. Das Projekt umfasste insgesamt zehn Baulose und ein Auftragsvolumen von mehr als 30 Millionen Euro.
Sämtliche Glasfassaden wurden als Sonderlösung entworfen, um dem architektonisch ehrgeizigen Projekt von SANAA Gestalt und Funktionssicherheit zu verleihen. Es sei dies, so Frener & Reifer in einer Aussendung, „dank innovativer ingenieurs‐, fertigungs‐ und montagetechnischer Lösungen“ gelungen. Nun verläufe die „facade ondule“ in sanften Wellen entlang der Rue de Rivoli und spiegelt die berühmte Stadtlandschaft von Paris.
Fassade mit drei Schichten

Die hochkomplexe Fassade besteht Frener & Reifer zufolge aus drei Schichten: Die innere Schicht bildet eine Doppelhaut aus einer thermischen, isolierenden Dreifachverglasung aus feuerfestem Glas und einer vorgelagerten Einfachverglasung mit weißem Siebdruck.
Die äußerste Schicht verläuft im Abstand von etwa einem bis eineinhalb Meter vor der thermischen Fassade und besteht aus insgesamt 340 Wellengläsern. Diese fungieren gemeinsam mit der weißen Fassade als Sonnenschutz. Die Scheiben wurden mittels Spiegeldruck (Magnetron-Verfahren) mit silberfarbenen, verlaufenden Punkten versehen, die das Sonnenlicht reflektieren. Die einzelnen Glaspaneele werden – trotz stolzem Gewicht von 700 bis 1.100 Kilogramm – an nur jeweils vier Punkten von schlanken Edelstahlkonsolen gehalten.
Alles in allem hat der Eigner des La Samaritaine rund 750 Millionen Euro in die Sanierungs- und Neubauarbeiten an der Liegenschaft investiert.
Der französische LVMH‐Konzern (Louis Vuitton Moët Hennessy SE) ist der weltweit führende Luxusgüterhersteller und seit 2010 neuer Eigentümer von La Samaritaine. Laut eigenen Angaben hat der Konzern 750 Millionen Euro in die Sanierungs‐ und Neubauarbeiten investiert.
Heute beherbergt das neue Samaritaine neben 600 Boutiquen und Geschäften das 5‐Sterne‐Hotel „Le Cheval Blanc“, Büros, fast 100 Sozialwohnungen und einen eigenen Kindergarten.



















