Bozen – Bei der Sommerumfrage des WIFO-Wirtschaftsbarometers der Handelskammer Bozen zeigen sich Südtirols Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistungen und Transport überwiegend zufrieden: Über 90 Prozent bewerten die Ertragslage im laufenden Jahr positiv. Nahezu alle Branchen erwarten ein Umsatz- und Beschäftigungsplus.
Positive Dynamik in vielen Bereichen
96 Prozent der Unternehmen rechnen 2025 mit einer mindestens zufriedenstellenden Rentabilität. Das Umsatzwachstum wird weiterhin von Preisanpassungen getragen, die notwendig waren, um gestiegene Kosten zu decken.
Das beste Geschäftsklima und am meisten Zuversicht herrscht in den Bereichen Immobilien, freiberufliche und wissenschaftliche Tätigkeiten, Informatik und Telekommunikation sowie im Kredit- und Versicherungswesen. Die Banken melden steigende Einlagen und eine wieder anziehende Kreditnachfrage – begünstigt durch sinkende Zinsen.
Im Gegensatz dazu bleiben die personenbezogenen Dienstleistungen beim Umsatz zurück, während 90 Prozent dennoch eine stabile Ertragslage erwarten. Deutlich pessimistischer zeigt sich das Verlags- und Kommunikationswesen, das mit sinkenden Umsätzen und bei knapp 20 Prozent der Betriebe mit unbefriedigender Rentabilität konfrontiert ist.
„Der private Dienstleistungssektor in Südtirol ist unser Beschäftigungsmotor schlechthin. Vor allem die Unternehmensdienstleistungen sowie Informatik und Telekommunikation rechnen mit einem weiteren Beschäftigungszuwachs.“ Philipp Moser
Auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt der private Dienstleistungssektor aktuell über 33.400 Menschen – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders in den Bereichen Unternehmensdienstleistungen sowie Informatik und Telekommunikation wird ein weiterer Beschäftigungszuwachs erwartet.
Dazu erklärt Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbandes hds: „Der private Dienstleistungssektor in Südtirol ist unser Beschäftigungsmotor schlechthin. Vor allem die Unternehmensdienstleistungen sowie Informatik und Telekommunikation rechnen mit einem weiteren Beschäftigungszuwachs. Es sind qualifizierte Fachkräfte, die unser Land als innovativen Standort etablieren können. Vor allem für die jüngere Generation braucht es aber entsprechende Rahmenbedingungen – wie etwa leistbares Wohnen –, damit diese sich eine Zukunft in Südtirol aufbauen kann.“
Wachstum trotz Herausforderungen
Auch im Transportsektor zeigt sich ein überwiegend positives Bild. Fast alle Unternehmen im Personenverkehr berichten von guter Rentabilität und investieren vermehrt in Fahrzeuge. Liftbetreiber erwarten stabile Ergebnisse, verzeichnen jedoch rückläufige Investitionen. Ein Treiber ist der deutliche Anstieg internationaler Tourist:innen.

Im Gütertransport bewerten 86 Prozent der Unternehmen die Rentabilität positiv. Das Wachstum wird vom heimischen Markt getragen, Investitionen in neue Fahrzeuge nehmen zu und die Kostenentwicklung fällt günstiger aus als befürchtet. Problematisch bleiben allerdings die Arbeiten an der Luegbrücke sowie die Verkehrsbeschränkungen in Österreich.
Die Beschäftigung im Transportwesen wächst kräftig: Im ersten Halbjahr 2025 waren mehr als 10.500 Arbeitnehmer:innen angestellt – ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Alexander Rieper, Präsident Unternehmerverband Südtirol, betont in diesem Zusammenhang: „Die positiven Einschätzungen der Unternehmen stimmen zuversichtlich. Beim Waren- und Personentransport sind wir gemeinsam gefordert, dringend zukunftsweisende, umweltverträgliche Lösungen zu finden, die es der Wirtschaft erlauben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Unser Wohlstand und unsere Wohlfahrt können nur über die Leistungskraft und das Steueraufkommen unserer Unternehmen abgesichert werden.“
Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstreicht: „Wir beobachten die Situation an der Luegbrücke kontinuierlich und fördern einen konstruktiven Dialog mit der österreichischen Seite über die Fahrverbote, um die Interessen der Südtiroler Unternehmen und Verbraucher zu schützen.“















