Bozen – Das Konzept des Projektes „Book a Scientist“, das heuer erstmals im Rahmen des Festivals für zeitgenössische Kunst „Transart“ durchgeführt wird, ist einfach wie reizvoll zugleich: Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Fachbereichen stellen sich zur Verfügung, um zu Interessierten nach Hause zu gehen und dort am 17. oder 18. September etwa zwei Stunden lang mit ihnen zu diskutieren und wissenschaftliche Erkenntnisse zu erklären. Zum Treffen können die Gastgeber:innen auch Freunde, Bekannte, Verwandte oder Nachbarn/Nachbarinnen einladen, damit in einer Gruppe von vier bis zehn Leuten in einem ungezwungenen Rahmen – bei einem Aperitif oder einer Marende – die Begegnung mit der Wissenschaft ermöglicht wird. Wissbegierige müssen folglich nicht aktiv eine Veranstaltung besuchen, um sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, sondern bekommen die Möglichkeit gewissermaßen frei Haus.
Wissen statt Halbwissen
Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative von Transart und Eurac Research. Wissenschaft, so heißt es in der Projektvorstellung, helfe, die Welt besser zu verstehen – und gute Entscheidungen zu treffen. Allerdings bleibt Wissenschaft in ihrer Komplexität oft weit entfernt vom Alltag der Menschen. Und sie hat zuweilen einen schweren Stand, wenn im Internet – und speziell in den sozialen Medien – griffige Halbwahrheiten und alternative Fakten verbreitet werden.
Deswegen will die Initiative die direkte Begegnung fördern. So entstehe „eine einzigartige Gelegenheit, die Welt aus neuen Perspektiven zu betrachten, unerwartete Zusammenhänge zu entdecken und mit jenen ins Gespräch zu kommen, die sich tagtäglich mit den großen und kleinen Fragen unserer Zeit beschäftigen“.
Gastgeber:innen und Wissenschaftler:innen können sich bewerben
Derzeit können sich sowohl interessierte Gastgeber:innen als auch bereitwillige Wissenschaftler:innen bewerben, und zwar online unter diesem Link: https://transart.it/de/blog/book-a-scientist. Bei der Anmeldung können die Gastgeber:innen aus verschiedenen Forschungsbereichen wählen, darunter Umwelt und Klimawandel, Gebirgsräume und nachhaltige Entwicklung, Autonomie und Regionalentwicklung, Minderheiten und sprachliche Vielfalt, gesellschaftlicher Wandel, Gesundheit und Biomedizin sowie neue Technologien für eine nachhaltige Zukunft.
Die Treffen sollen keine „Vorlesungen im Wohnzimmer“ sein. Sie werden vielmehr von einem Gesprächsformat begleitet, das von Caroline Barneaud und Stefan Kaegi (Rimini-Protokoll) entwickelt wurde. Ein Kit mit Fragen, Impulsen und einfachen interaktiven Anleitungen unterstützt den Austausch zwischen den Teilnehmenden, und sorgt für einen abwechslungsreichen Abend, bei dem die Eindrücke, Fragen und Erfahrungen aller Anwesenden einfließen können. Das Projekt sieht zudem eine kontinuierliche kuratorische und organisatorische Begleitung vor: Sowohl die Gastgeber:innen als auch die Forschenden werden während aller Phasen des Projekts unterstützt – von der Vorbereitung bis zur Durchführung der Begegnungen.
Das Projekt steht in der Tradition von „Rent a Musician“, wo Hauskonzerte mit zeitgenössischer Musik private Wohnungen zu Orten des Zuhörens und des Austauschs machen.


















