Bozen – 9.429 Schüler besuchen im Bildungsjahr 2013/14 eine Südtiroler Berufsschule; 6.272 sind in einen Vollzeitkurs und 3.157 in einen Lehrlingskurs eingeschrieben. Das hat das Landesinstitut für Statistik (astat) in der kürzlich veröffentlichten Publikation „Vollzeit- und Lehrlingskurse an den Berufsschulen 2013/14“ bekanntgegeben.
Demnach sind 84 Prozent der Südtiroler Berufsschüler in eine Schule mit deutscher bzw. ladinischer Unterrichtssprache eingeschrieben, knapp 16 Prozent besuchen Berufsschulen mit italienischer Unterrichtssprache.
Auch im Schuljahr 2013/14 bestätigte sich die Tendenz, dass immer mehr Schüler Vollzeitkurse besuchen. Im Bildungsjahr 2009/10 waren 5.339 Schüler eingeschrieben, 2013/14 waren es 6.272 – das entspricht einem Plus von 17,5 Prozent. Allein vom Schuljahr 2012/13 ins Schuljahr 2013/14 betrug der Zuwachs 473 Schüler bzw. acht Prozent. Bei den Lehrlingskursen verläuft die Entwicklung der Schülerzahlen umgekehrt: In den vergangenen fünf Jahren ist die Schülerzahl um knapp zwölf Prozent gesunken. Im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr hingegen ist die Zahl der eingeschriebenen Schüler nahezu unverändert geblieben.
Ein möglicher Grund für diesen Trend ist das Imageproblem der Lehre. Für viele Eltern ist es nicht erstrebenswert, dass ihr Kind einen praktischen Beruf ergreift und eine Lehre absolviert. Denn eine Lehre, die eine Kombination von praktischer Ausbildung der Lehrlinge im Betrieb und theoretischer in der Schule ist, ist nach Ansicht vieler noch immer ein Notnagel für jene, die zu schwach für die Matura oder zum Studieren sind. Die Vollzeitkurse dagegen scheinen dieses Imageproblem nicht zu haben, obwohl es sich auch hier um eine Ausbildung für einen praktischen Beruf handelt – allerdings mit einer oberschulähnlichen Struktur.
In Vollzeitkurse waren im vergangenen Schuljahr 764 ausländische Schüler eingeschrieben. Das entspricht einer Quote von 12,2 Ausländern je 100 Eingeschriebene; fünf Jahre zuvor waren es 10,8 je 100 Eingeschriebene. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Pakistan, Albanien und Marokko. In den Lehrlingskursen ist der Anteil ausländischer Schüler deutlich geringer und entspricht einer Quote von 6,1 Ausländern je 100 Eingeschriebene; fünf Jahre zuvor waren es 4,5 je 100 Eingeschriebene. Die wichtigsten Herkunftsländer hier sind Albanien und Kosovo.
Sowohl die Vollzeit- als auch die Lehrlingskurse werden von mehr Schülern als Schülerinnen besucht. In den Vollzeitkursen beträgt der Anteil der Schüler fast 55 Prozent, in den Lehrlingskursen sogar 72 Prozent. Der größte Teil der Schüler fällt in die Altersklasse der 14- bis 18-Jährigen.
Auffallend viele Frauen, die mehr als 30 Jahre alt sind, besuchen Vollzeitkurse, und zwar vor allem im Bereich des Sozialwesens. Den höchsten „Frauenanteil“ bei der Vollzeitausbildung hat die Fachrichtung „Handwerk und Industrie“ mit 24,2 Prozent, dicht gefolgt von „Sozial- und Gesundheitswesen“ (23,9 Prozent). Bei den Lehrlingskursen ist hingegen die Fachrichtung „Handel und Dienstleistungen“ mit 37,6 Prozent die gefragteste bei den Mädchen.
Den größten Schüleranteil verzeichnet – sowohl bei der Vollzeitausbildung als auch bei den Lehrlingskursen – die Fachrichtung „Handwerk und Industrie“ (40 Prozent bei Vollzeitausbildung/knapp 60 Prozent bei Lehrlingskursen). Es folgen die Fachrichtungen „Gastgewerbe und Nahrungsmittel“ (15,4 Prozent bzw. 22,4 Prozent), „Handel und Dienstleistungen“ (13,7 Prozent bzw. 14,4 Prozent).
Sonderkurse besuchen 2,5 Prozent der für eine Vollzeitausbildung eingeschriebenen Schüler, dazu zählen Berufsfindungskurse und die sozialsprachliche Ausbildung für Ausländer. (tres)














