Bozen/Sebes (Rumänien) – Die Oberalp-Gruppe hat kürzlich die Übernahme des Schuhproduzenten Droker in Rumänien bekanntgegeben. Droker, das seinen Sitz in Sebes in Rumänien hat, fertigt 40 Prozent aller Salewaschuhe.
Ein Ort für die Automotive-Branche und Schuhe und Bekleidung
Vor vielen Jahren wählte Oberalp Rumänien als Produktionsstandort für einen Großteil der technischen Bergsport-Schuhe der Marke Salewa. In der rumänischen Region Transsilvanien hatte sich damals ein Kompetenzzentrum herausgebildet, welches verschiedene Unternehmen – vor allem aus dem Veneto – für neue Investitionen angezogen hatte. Während viele deutsche Markenunternehmen der Automotive-Branche in dieser Region Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen haben, wurde dies von italienischen Unternehmer-Familien im Bereich von Schuhen und Bekleidung bewerkstelligt. Die gesamte Familie des Salewa-„Mountain-Trainer“ Berg- und Trekkingschuh mit Verarbeitungsprozessen von Leder/Goretex/Sohlen war seit vielen Jahren dem Unternehmen Droker in Sebes anvertraut worden.
„Letzthin konnten wir die Absatzzahlen verdoppeln und damit diese Produktionsstätte exklusiv für unsere Marke beanspruchen“, sagt Andrea Carraro, zuständig für die gesamte Berg- und Skischuh-Entwicklung (Salewa und Dynafit) der Oberalp-Gruppe mit Sitz in Montebelluna (TV). „Zudem planen wir, unsere neuen Modellreihen im Bergschuh- und Trekkingbereich mit neuen Materialien und Technologien zu bestücken. Dafür brauchen wir mehr zukunftsorientierte Kompetenz und Produktionskapazität.“ Dies war der Grund, weshalb die Oberalp-Gruppe das Unternehmen Droker von der bisherigen Eigentümerfamilie Alcide Giacometti übernommen hat. Giacometti betreibt neben dieser Produktionsstätte noch weitere zwei Schuhwerke in Rumänien und arbeitet in diesen für eine Reihe von Sportmarken.
„Neue Perspektiven“
„Ich bin sehr froh, dass ich als Familienunternehmer eines meiner Werke an ein Südtiroler Familienunternehmen weitergeben kann“, sagt Alcide Giacometti zum Verkauf Droker. Das Unternehmen hat seit dem Gründungsjahr 1998 den Personalstand auf 280 Mitarbeiter:innen ausgebaut. Die Oberalp Gruppe hat damit einen weiteren Strategieschritt gesetzt, um neben der Entwicklung von Marken und Produkten diese auch unter eigener Verantwortung in Europa fertigen zu können. „Dies gibt uns völlig neue Perspektiven, unsere Markenidee von Salewa und die Nachhaltigkeitsidee von Oberalp noch konsequenter in unseren Bergschuhen verwirklichen zu können“, zeigt sich Oberalp-CEO Christoph Engl überzeugt. Für eine Marke werde es immer wichtiger, alle Prozesse ihrer Produkte in der eigenen Verantwortung zu haben.
Aus den gleichen Beweggründen hatte die Oberalp-Gruppe zu Beginn des Jahres den Velour-Hersteller Velotex in Deutschland übernommen (nachzulesen hier), welcher für die Skifelle der Oberalp-Marke Pomoca (Lausanne, Schweiz) die Grundstruktur aus Mohairwolle webt. Die Oberalp-Gruppe wird in den nächsten Jahren in beide Unternehmen investieren, um sowohl bei Produktionskapazität als auch im Technologiestandard eine führende Rolle in der Sportartikel-Branche einzunehmen, heißt es vonseiten des Unternehmens.















